Die letzte Woche begann für mich damit, das relativ überraschend meine chinesische Freundin Jessi zu Besuch kam. Wir hatten ausgemacht, dass sie mich demnächst mal besuchen kommt, allerdings hab ich ihr gesagt, dass ich nur am Wochenende kann, da ich ja jeden Tag Uni hab und bald Prüfungen sind. Am Montag kam sie dann an. Bisher hatten wir uns immer blendend verstanden, doch während ihres Besuchs wurden zum ersten Mal die kulturellen Unterschiede extrem deutlich. Mit der Privatsphäre haben es die Chinesen anscheinend nicht so, ich möcht hier in aller Öffentlichkeit nicht zu sehr ablästern, aber so Sachen, wie beim Toilettengang die Tür offen zu lassen (das Bad ist wohl gemerkt in meinem Zimmer) find ich schonmal sehr seltsam. Und sie lief auch ganz gern halb nackt durch die Gegend. Nachdem ich drei Nächte in folge kaum geschlafen hab, weil wir uns das Bett geteilt haben, ist sie dann in der letzten Nacht noch aufs Sofa umgezogen.
Und auch bei "Diskussionen" war es extrem schwierig, weil sie als Chinesin nicht einfach deutlich ihre Meinung sagt, sondern ewig drum herum redet und ich dafür ganz klar meine Meinung sage, was die Chinesen wohl oft als sehr beleidigend auffassen. Mein eigentlicher Plan, dann am Wochenende mit ihr feiern zu gehen, haben wir dann nicht umgesetzt, weil sie sich nicht dannach fühlt Abends länger als bis 23 Uhr unterwegs zu sein. Darum ist sie am Freitag wieder ab und ich mit Birgit nach Shanghai gereist.
In Shanghai haben wir uns mit Antonia und Katharina und deren Freundin Kim getroffen, Sarah konnte krankheitsbedingt leider nicht mit. Der Hauptgedanke hinter dem Wochenende war mal die Nachtszene in Shanghai genauer abzuchecken, was uns auch eindeutig gelungen ist. Am Freitag waren wir erst im M2, wo es mir sehr gut gefiel. Sehr großer, stylischer Club. Es war allerdings ziemlich voll, wie so oft in China. Und die Musik hat den anderen Mädels auch nicht zugesagt, mir dafür umso mehr. Im Anschluss sind wir dann in den Skyclub, welcher mir persönlich jetzt nicht ganz so sehr zusagt. Am nächsten Tag haben wir eingermaßen ausgeschlafen und haben unser gratis Frühstück verpasst. Wir haben wieder im gleichen Hostel geschlafen, diesmal aber in einem Dorm um Geld zu sparen. Das war ein 6er Zimmer, in dem wir 5 alleine waren, das kostet etwas weniger als 5€ die Nacht und das Frühstück ist inbegriffen, leider nur bis 9.30 Uhr.
Da es das ganze Wochenende durchgehend geregnet hat, sind wir dann in ein Museum für Kunst und Design gegangen. Ich fand es sehr schön dort, wir waren die meiste Zeit die einzigen Gäste. Anschließend sind wir zum Fakemarket und haben ein wenig geshoppt. Und hier könnt ihr alle mal ganz stolz sein, Bai Ting hat sich quasi keine Klamotten gekauft. Ich hab mir nur einen Seidenkimono gekauft und einen wunderschönen kleinen Koffer. So musste ich dann also mit zwei Köffern wieder zurück reisen.
Am Samstag Abend hat dann Kim, die Freundin von den zwei Mädels, die erste Location ausgesucht. Und dieses besagte Etablissement trägt den Namen "Red", wer sich bei dem Namen jetzt an Blue Oyster Bar erinnert fühlt, liegt komplett richtig. Mir war das äußerst unangenehm, aber die zwei Mädels aus Qingdao, hatten Kim versprochen, dass wir so eine Bar aufsuchen. (Über dieses Vorhaben wurden wir vorher natürlich nicht informiert) Sehr interessantes Erlebnis jedenfalls, muss ich nie wieder haben. Wir vier haben uns dann recht bald auf den Weg ins "Shelter" gemacht. Das ist ein Club der tatsächlich ein Keller, schon fast ein Bunker, ist. Fand ich richtig toll, die Location war einfach abgefahren und die Musik noch viel mehr. War Drums & Base, für diejenigen denen das was sagt. Die anderen Mädels sind alle nicht so die großen Fans von elektronischer Musik, aber irgendwann konnten sie sich dann auch nicht mehr dagegen wehren und haben sich dem Rhytmus der Musik hingegeben.
Am Sonntag haben wir es dann tatsächlich zum gratis Frühstück geschafft, um auch nochmal bisschen was für unsere 5€ pro Nacht rauszuholen :-) . Anschließend gings zu Madame Tussuads. War eigentlich ziemlich cool und vergleichsweise zu den anderen Ländern recht günstig, für ca. 12€ für Studenten. Leider gab es sehr viele chinesische Wachsfiguren, die uns natürlich vollkommen fremd waren und aus den chinesischen beschriftungen hat sich uns auch nicht erschlossen, wer da dargestellt wird. Aber es gab auch die Typischen Stars wie Brad & Angelina, Lady Gaga usw. Leider hat Britney Spears, Johnny Depp usw. gefehlt.