Montag, 24. Oktober 2011

Wirtschaftskurse, Hangzhou-Trip & Co

Sodele. Den letzten Eintrag von der Chinareise musste ich leider ein wenig kürzer fassen, sonst komm ich gar nicht mehr hinterher. In letzter Zeit ist es hier ehr stressig. Wir haben jetzt auch endlich Wirtschaftsvorlesungen. Das heißt, jeden Tag von 8.30-12 chinesisch und 3 dazu am Nachmittag noch Wirtschaftsvorlesungen. Eigentlich bräuchten wir gar nicht so viele Credits für Chinesisch, aber es gibt nur diesen Kurs der täglich stattfindet. Um unsere Wirtschaftskurse zu beschreiben fehlen mir eigentlich echt die Worte. Montags haben wir E-Business bei einem chinesischen Lehrer. Das Englisch suckt extrem und manchmal hör ich gar nicht ob er sich grad räuspert oder spricht. Außerdem haben wir noch interkulurelles Management auch bei einer Chinesin. Sie spricht zwar ganz gut Englisch, aber nur das was sie präsentiert. Wenn man sie etwas fragt versteht sie es grundsätzlich nicht. Und dann gibt’s da noch den Tony Teacher. Tony ist Kanadier, sieht aber sehr indisch aus. In seiner ersten Vorlesung hat er uns erstmal diverse Verschwörungstheorien nahe gelegt. Er hat auch gleich erzählt, dass er zuvor in Korea war, und ihm da Facebook und das Handy gesperrt wurden. Warum nur? Sein Unterricht für Makroökonomie und International Business sieht so aus, dass wir während der 2 Stunden im Unterricht ein Kapitel in einem Fachbuch lesen und dann jede Woche als Hausaufgabe das Kapitel zusammenfassen sollen. Er sitzt während dessen am Computer und macht irgendwelches Zeug. Wenn man ihm eine Frage stellt, lautet die Antwort in etwa so „auf dieses Thema möchte ich jetzt nicht näher eingehen, das würde sich zu tief mit dem Thema befassen.“

Ansonsten waren wir in letzter Zeit auch recht viel unterwegs. Wir waren in den letzten 5 Wochen bestimmt 4 mal in Shanghai. Einige male waren wir dort zum feiern, ich hab eine sehr coole Aktion auf einer Dachterasse entdeckt. Dort gabs im letzten Monat für Frauen freie Cocktails und die location ist extrem gut, direkt am Bund mit perfektem Ausblick. Außerdem haben wir einiges beim Schneider machen lassen und mussten deswegen immer wieder hin um die Sachen zu holen, bzw. um noch mal Änderungen vorzuenehmen. Die erste Oktoberwoche hatten wir frei, weil ein Feiertag war. Da aber offiziell nur bis Mittwoch frei war und die Uni uns aber auch noch Donnerstag und Freitag dazu gegeben hat, mussten wir dafür Samstag und Sonntag in die Uni. Das heißt ich hatte jetzt die letzten 7 Tage durchgehend Uni. Während den freien Tagen sind Birgit und ich für 2 Tage nach Hangzhou zu Antonia gefahren. Sie macht dort jetzt ihr Praktikum und wir konnten bei ihr schlafen. Dort haben wir eine Fahrradtour um einen See gemacht und eine Teeplantage besichtigt. Waren natürlich massenhaft chinesen unterwegs. Laut einem chinesischen Sprichwort sollen Suzhou und Hangzhou der Himmel auf Erden sein. Hangzhou war auf jeden Fall auch sehr schön, schafft es aber nicht in meine Liste der schönsten Orte in China. 


Das Wetter ist zur Zeit sehr angenehm. Es wird zwar langsam etwas kühler, man braucht inzwischen Abend schon ein Jäckchen, aber Tagsüber hat es meistens so zwischen 20-25°C. Wenn es nicht ganz so heiß ist, ist die Luft auch besser. Im Sommer hing immer ein eckliger Dunst in der Luft, nun ist der Himmel oft schön blau und es nicht mehr so schwül.  

Grüßle eure Bai Ting

Sonntag, 16. Oktober 2011

Shigatse - Lhasa, Lhasa - Xi'an, Xi'an - Shanghai, Shanghai - Suzhou


Am Freitag den 12. August sind wir von Shigatse wieder zurück nach Lhasa gefahren. Nach ca. 5 Stunden Fahrt kamen wir um 14 Uhr in Lhasa an. Es stand nicht mehr wirklich was auf dem Programm. Wir haben uns zum Supermarkt fahren lassen um uns für die anstehende Zugfahrt einzudecken und haben Abends noch im Hotel chinesisch gegessen. Ansonsten haben wir dann nur noch eine kleine Tour in die Innenstadt zum knipsen unternommen und anschließend im Hotel gechillt. Internet gab es nur in der Lobby, drum haben wir uns dort einige Zeit mit unseren Laptops aufgehalten.

Am nächsten Morgen mussten wir erst um 10 Uhr los zum Bahnhof. Ursprünglich war der Plan, dass wir mit dem Zug von Lhasa komplett bis nach Shanghai fahren, das wäre eine 50 Stündige Fahrt gewesen. Allerdings hat uns dann irgendwann die Reiseagentur angerufen um uns mitzuteilen, dass die Züge alle ausverkauft seien. In China kann man Zugtickets nur 5-10 Tage vorher kaufen und vor allem in der Ferienzeit gehen die Tickets extrem schnell Weg. Stattdessen sollten wir dann von Lhasa nach Xi'an fahren, dort eine Nacht bleiben und von dort aus nach Shanghai fliegen.

Die Zugfahrt verlief recht ruhig. Wir waren die ersten Stunden auf über 4500 Metern unterwegs, haben allerdings nicht viel davon gemerkt. Wir hatten zu 3. ein ganzes 4 Bett Abteil für uns. Den 4. Platz haben wir nämlich gekauft. Auf dem freien Bett wurden dann unsere Koffer ausgebreitet, für die hätten wir sonst absolut keinen Platz gehabt. Die Fahrt dauerte 36 Stunden und wir haben die Zeit damit verbracht Karten zu spielen, How I met your mother auf dem Ipad anzuschauen und zu schlafen. 


Ernährt haben wir uns in den 36 Stunden nur von zwei Fertigsuppen, ein paar crackern und Obstsalat, den ich allerdings total widerlich fand und den Männern überlassen habe. Die Landschaft war auf jeden Fall sehr beeindruckend, auch wenn ich nach den ersten zwei Stunden nicht mehr so viel raus geschaut hab.

Nach 36 Stunden kamen wir dann Abends in Xi'an an. Dort wollten wir uns bei dem 24h geöffneten MC Donalds noch was zu essen reinhauen. Ich wollte zuerst einen Cheeseburger bestellen, „Mei You“ (haben wir nicht), dann wollte ich stattdessen Pommes, „Mei You“, dann hat der Angestellte mir gezeigt, was sie haben. Und zwar hatten sie nichts, außer einem scharfen Chickenburger. Wir sind dann wieder hungrig abgezogen, einen Chickenburger wollten wir nicht. Dann gings ins Hotel und am nächsten Tag mussten wir schon um 5.30 Uhr aufstehen. Um 6.30 Uhr war abfahrt zum Flughafen. Der Flug hat ca. 2 Stunden gedauert und wir kamen am frühen Mittag in Shanghai am Pudong Flughafen an. Von Pudong kann man nicht direkt nach Suzhou fahren, vom Hongqiao Flughafen allerdings. Also sind wir mit einem Shuttlebus von Pudong nach Hongqiao gefahren. Das hat ca. eine Stunde gedauert. Von dort ging es dann mit dem Schnellzug nach Suzhou. Dort sind wir dann ca. 16.30 Uhr angekommen und um 18 Uhr schon Essen gegangen, in einem meiner lieblings- Restaurants, gleich ums eck. Felix und ich sind Abends dann noch aus gegangen, zur „Bier Olympiade“ im Drunken Clam. Der Vadder war davon glaub nicht ganz so begeistert, aber ich musste doch auch noch ein bisschen das Nachtleben demonstrieren.

Am nächsten Morgen hab ich die Männer an den Bahnhof in Suzhou gebracht und von dort sind sie mit dem Schnellzug zum Hongqiao Flughafen gefahren. Sie flogen allerdings von Pudong, haben diesmal aber die Metro genommen.

Also die 5 Wochen sind echt wie im Flug vergangen. Wir haben wirklich sehr viel gesehen und ich bin richtig begeistert von den ländlichen Gegenden Chinas. Besonders gut hat es mir persönlich in Yunnan und Tibet gefallen. Von den Großstädten hatte ich in letzter Zeit einfach ein bisschen die Nase voll. Ich hoffe ich werd irgendwann nochmal eine größere Reise in China machen, denn es gibt noch immer vieles was wir nicht gesehen haben. Ich möchte eigentlich gern noch nach Hong Kong, Taiwan, Chengdu und noch ganz viele andere Orte.