Samstag, 30. Juli 2011

北京 (Beijing)

Unsere Weiterreise von Yanji, Jilin, nach Beijing hat sich schwieriger gestaltet als erhofft. Am Abend des 24.07 sollte es um 18 Uhr mit dem Flieger nach Beijing gehen. Wir saßen bereits im Flieger als wir wieder aussteigen mussten. Dann saßen wir längere Zeit am Gate rum, es kam eine chinesische Durchsage nach der anderen, von der wir kein Wort verstanden. Irgendwann kamen dann freundlicherweise ein paar Koreaner zu uns und teilten uns auf Englisch mit, dass der Flug für den Tag gestrichen sei. 

Da war das Chaos groß. Wir versuchten dann von dem Flughafenpersonal in Erfahrung zu bringen, wo wir nun die Nacht über bleiben würden und was mit unserem Gepäck passiert. Das hat sich mal wieder entsprechend schwierig gestaltet, weil es bei dem Personal mit dem Englisch nicht weit her war. Irgendwann kam dann aber doch rüber, dass wir von dem Flughafen zu einem Hotel gebracht würden und dort dann die Nacht bleiben müssten. Also ging irgendwann ein Bus vom Flughafen zum Hotel. Dort gab es ein extremes Gedränge, als ob der Krieg ausgebrochen sei, damit auch ja jeder Chinese einen mal angerempelt hat. Als wir dann unsere Zimmerschlüssel hatten, gab es erstmal ein Abendessen, das Restaurant im Hotel machte noch einen ganz guten Eindruck. Anschließend ging es in unsere Zimmer, wo mich das Entsetzen packte. Schon der Gang und die Türen waren runtergekommen wie nirgend zuvor. Im Zimmer selber war es auch nicht besser. Das bad war schimmlig, die Klopapierhalterung schon komplett verrostet, und die Betten ziemlich klein und durchgelegen. Als wir grad (in unseren Klamotten) schliefen, klingelte das Telefon. Am anderen Ende hat mir dann jemand auf chinesisch verklickert, dass wir in den ersten Stock kommen sollen. Was wir dort sollten hab ich nicht verstanden. Dort fanden wir dann unsere Koffer vor. Wir sind also gleich wieder ins Bett und um 4.50 Uhr hat das Telefon wieder geklingelt, es hieß „Um 5 Uhr ist Abfahrt vor dem Hotel“. Viel Zeit blieb also nicht, ich konnte grad mal Zähneputzen und los gings.

Am Flughafen hat dieses Mal dann zum Glück alles reibungslos geklappt und wir sind am nächsten Morgen um 9 Uhr in Beijing gelandet. Dort hat uns dann auch unser Tourguide “Olivia“ erwartet. Nach dem Frühstück im Hotel und kurzem frischmachen anschließend gings dann auch gleich auf Tour. Zuerst besichtigten wir den “Himmelstempel“. Den hatte ich zuvor bereits gesehen, ganz zu Beginn meiner Zeit in China. Es waren mal wieder die üblichen Menschenmassen unterwegs, so konnte man leider nicht so viel von der Anlage sehen wie wir gern hätten. Mir gefällt es dort ganz gut, vorallem die Gärten die die Tempelgebäude umgeben sind sehr schön. Zu meinen lieblings plätzen in Beijing gehört er allerdings trotzdem nicht. Anschließend ging es dann in ein Teehaus, indem wir einer traditionellen Teezeremonie beiwohnten. Dies war umsonst, allerdings wurde einem dabei gleich der Kauf von Tee und Tassen nahegelegt. Felix und ich haben dann auch gleichmal je eine Teesorte und eine Tasse, die das Muster wechselt wenn sie heiß wird, erworben.

Dannach konnten wir im Hotel noch eine Stunde ruhen, bevor es Abends in eine Acrobatic Show ging. Diesen Programmpunkt hatte ich mir explizit gewünscht, weil ich letztes Mal in Peking bereits eine gesehen hatte und ich begeistert war. Die Show die wir uns diesmal anschauten, sollte die vorherige sogar noch übertreffen. Das absolute Highlight war als am Schluss, 5 Motorräder in einem Runden Käfig fuhren. Schon als das 2 Motorrad in den Käfig gelassen wurde, waren alle ganz überrascht und ich dachte mir gleich „ein oder zwei gehen noch“, aber das am Schluss gleich 4 Mann und eine Frau in dem Käfig ihre Runden drehten, war doch faszinierend.

Am Dienstag den 26.07 ging es dann am Morgen zur Mauer. Auch auf der Mauer bin ich schon gewesen, aber diesmal ging es an eine andere Stelle. An dieser Stelle gab es keine Seilbahn die einen erstmal hochbringen musste, sondern die komplette höhe wurde zu Fuß erklommen. Die Massen haben sich natürlich wieder getummelt, auch unzählige „Langnasen“ und die Sonne hat uns prall auf die Birne geschienen. Ich hatte mir in weiser Voraussicht einen Hut mitgenommen. Die Aussicht war schon schön, war alles sehr grün, aber nicht ganz so schön wie beim ersten Mal. Und die Menschenmassen können einem auch die Freude verderben. Aber je weiter es nach oben ging, desto weniger Menschen waren unterwegs. Ich denke viele Chinesen erklimmen nur die ersten paar Meter um einige Fotos zu schießen und dann wieder zu verschwinden. Wir sind jedenfalls in praller Sonne bis ganz oben marschiert.

Im Anschluss ging es dann zum Sommerpalast des Kaisers. Der Sommerpalast ist definitiv einer meiner lieblingsorte in Beijing. Durch den künstlich angelegten See, über den man auf eine Insel kommt, ist er besonders schön. Naja, Insel ist vielleicht nicht ganz der richtige Ausdruck, wir fuhren dort nämlich mit einem Boot hin, gingen aber über eine Brücke wieder runter.



Am Mittwoch haben wir uns am Morgen den Kaiserpalast, auch bekannt als die Verbotene Stadt angeschaut. Dort waren natürlich die üblichen Menschenmassen unterwegs und wir sind mit Olivia recht zügig durchmarschiert. Anschließend haben wir einen Hutong besichtigt. Das war meiner Meinung nach eines der Highlights in Beijing. Ich verwende dafür ganz gern das Wort “authentisch“. Wir wurden bereits von einer Rikscha erwartet. Wir konnten erst gar nicht glauben dass das ernst gemeint sein soll, war es aber voll und ganz. Eine Frau lies uns dort ihre Wohnung besichtigen. Diese Wohnungen sehen von innen total schön aus. Überall wuchern pflanzen und es steht Krempel rum. Dannach sind wir noch zum Hard Rock Cafe und haben T-Shirts geshoppt und gegessen. Und zum Abschluss gab es für Felix und mich dann noch eine Fußmassage in einem Krankenhaus für Traditionelle Chinesische Medizin. Dort sollten uns natürlich auch gleich wieder Medikamente verkauft werden. Mein häufiger Schnupfen in China ist nämlich auf innere Hitze zurück zuführen wie ich erfahren habe.

So, die Fortsetzung folgt bald, ich bin ein bisschen hinterher mit dem Berichten. 

Grüßle

Samstag, 23. Juli 2011

延吉市 & 长白山 (Yanji & Changbaishan)

Am Mittwochmorgen sollte die Reise also in aller Frühe weiter gehen. Um 4.47 Uhr bin ich aufgestanden, denn um 5.30 Uhr ging das Taxi zum Hongqiao Flughafen. Es hätte vermutlich auch noch eine Stunde später gereicht, aber der Vadder übertreibt bei sowas ganz gern mal. Hat dann auch alles wunderbar geklappt, wir waren zwei Stunden vor Abflug durch den Sicherheits Check und saßen am Gate.

Unser Flug führte uns nach Yanji in der Profinz Jilin. Wie auch alle anderen Stationen unserer Reise habe ich diesen Ort ausgesucht. In meinem Reiseführer wurde der „Changbaishan“, der immer weise Berg, empfohlen, weil es eines der größten Naturschutzgebiete Chinas ist. Im Flugzeug und am Flughafen wurde schnell klar, dass man in Jilin nicht oft „Langnasen“ sieht. Bereits im Flugzeug waren wir drei die einzigen Langnasen, was mir auf all meinen Chinaflügen bisher noch nie passiert ist. (Bin ja schon vier Mal innerhalb China geflogen).

Der Flughafen war dann auch in einem dementsprechenden Zustand, sehr klein & sehr baufällig. Nach dem wir unsere Koffer vom Band geholt haben sind wir nach drausen, wo eine Chinesin mit einem „Baitinger Anna“ Schild auf uns wartete. Der Englische Name der guten Frau ist „Marry“ und sie hat sich hier die letzten Tage um uns gekümmert.

Die erste Nacht sind wir in dem besten Hotel Yanji's abgestiegen, in dem laut Marry die Politiker absteigen, wenn sie Ihr weg nach Jilin führt. Am nächsten Morgen ging es dann bepackt mit allem Gepäck mit unserem Van und dem dazugehörigen Busfahrer zum Changbaishan. Wir fuhren ca. 3 Stunden bis wir am Eingang des Changbaishans waren. Von dort sind wir dann mit einem „green Bus“, so nennt Marry immer die dort fahrenden Touristen Busse, weiter gefahren. Der hat uns dann dorthin gebracht, wo man in die Jeeps umsteigt. In einen Jeep passen 6-11 Leute, und die Schlange war gigantisch. Nach fast einer Stunde warten, wurden wir dann auf verschiedene Jeeps verteilt. Ich glaub der in dem ich war, hatte einen besonders rasanten fahrstiel. Der ist mit quietschendne Reifen in Haarnadelkurven gebrettert wie ein irrer. So hat sich der Weg dann nochmal ca. eine halbe Stunde den Berg hochgeschlengelt. Wie die Schlange unten schon vermuten lies, war der Andrang oben immens. Wir haben uns dann in die Menschenreihe die den Berg hochführte eingereiht und konnten dann oben in dem gedrenge mühsam einige Fotos von dem Himmelssee schießen. Der Himmelssee bildet die Grenze zu Nordkorea, früher hat er angeblich ganz zu China gehört, bis Mao 1952 einen Teil an Nordkorea überschrieb. (Zumindest laut Marry, wenn man die Koreaner fragt, hat vielleicht ihnen der See zuerst gehört)

Anchließend ging es mit dem Jeep wieder runter, was sogar noch holpriger war als hoch. Der Busfahrer lies chinesischen Pop laufen, der wie eine Mischung aus Modern Talking und DJ Bobo auf chinesisch klang und uns hat es fast im gleichen Rhythmus durch den halben Jeep geschlagen. (Anschnallen is nich, ist ja klar oder?) Dannach haben wir noch einen Wasserfall und Heiße Quellen besichtigt. Dann gings in unser nächstes Hotel, das näher am Changbaishan liegt, als das erste in Yanji. Dieses Kaff hier heißt „Erdao“ und ist sehr sehr ländlich. Auf der fahrt hierher mussten wir zweimal Pinkelpausen einlegen und es war kein Vergnügen. Das erste Örtchen das wir aufsuchten, lag hinter einem Shop der hauptsächlich Ginseng verkauft. Hierbei handelte es sich um eine Strohhütte, in der auf dem Boden die üblichen Löcher eingelassen waren, aber ohne Spülung und ohne...jetzt haltet euch fest...Türen und Wände. Zwischen den einzelnen Löchern waren nur ca. 50 cm hohe Mauern, die wohl für die Privatsphäre sorgen sollten. Marry hat sich auch gleich mal fröhlich vor mir hingesetzt, aber das war mir dann doch irgendwie zu heftig. Ich bin dann nochmal raus und hab noch etwas frische Luft geschnappt und gewartet bis sie fertig war und bin dann schnell gegangen. Ich dachte ja schon dort der Gestank sei bestialisch, doch heute sollte ich eines besseren belehrt werden.

Heute wollten wir zum Westende des Himmelssees und sind wieder mit unserem Van in den Park gefahren, um von dort mit einem „grünen Bus“ weiter zu fahren. Dort hat uns Marry wieder zu einer „sauberen“ Toilette geführt. Auch hier gab es kein fließendes Wasser, demenstprechend konnte man noch, nennen wir es mal das „Geschehen“ der letzten Tage oder Wochen verfolgen. Als ich beim schließen der Tür schon begonn fürchterlich zu würgen, bin ich abrupt wieder aus und hab mich einfach durch den VIP Eingang hinter das Haus geschlichen.

Nach dem wir uns dann alle erleichtert hatten, reihten wir uns in die Schlange für den Grünen Bus ein, der dann wieder in schnittigem Tempo den Berg hochfuhr. Als wir oben ankamen, fiel unsere Wanderung zum Himmelssee allerdings wortwörtlich ins Wasser. Es begann in Strömen zu Regnen und die Menschenmengen drängten wie die irren zurück in die Busse. Wir beschlossen sofort wieder runter zu fahren, und den See diesmal sausen zu lassen. Nach langem warten, bis alle die Chinesen erstmal einige Minuten im Bus unter standen, um dann wieder unter lautem getöse raus und wieder reinzuströmen fuhr der Bus dann wieder nach unten. Stattdessen haben wir dann das „Valley“ besichtigt, wobei wir klitschnass wurden. Dannach gings dann wieder mit unserem Van zum Hotel. Wir haben dann im Hotel zu Abend gegessen, wir hatten außer dem Frühstück den ganzen Tag kaum was zu uns genommen. Und das frühstück viel recht karg aus, da es nur Dinge wie gebratene Nudeln, Suppe und Paprika gab. Wir haben uns dann ein bisschen Obst und ein Ei genommen. Sich schon am frühen Morgen gebratene Sachen reinhauen war dann doch etwas zu heftig. Und nun sitzen wir im Hotelzimmer, denn morgen geht’s schon früh wieder weiter.

Mir persönlich hat es in Jilin trotz der teilweise sehr einfachen Verhältnisse sehr gut gefallen, ich denke ich hab eine gute Wahl getroffen. Nachdem ich jetzt seit fast einem halben Jahr in einer groß Stadt lebe, mit ständigem Lärm und Smog war es mir sehr wichtig, mal wieder ins grüne zu kommen. Das war hier auf jeden Fall geboten. Ich habe kaum so grüne Berge und Wälder gesehen. Ich schätze das liegt am vielen Regen und der hohen Luftfeuchtigkeit. Ich glaube den zwei Männern, zumindest dem Felix, hat es hier nicht ganz so gut gefallen. Die beiden waren doch etwas geschockt, von den Zuständen die hier herrschen. Den Dad haben hauptsächlich die Menschenmassen gestört, die ich auch nicht ab kann, aber an die ich mich bereits ein bisschen gewöhnt hab. Und ich glaub dem Felix war das fehlen von fließendem Wasser auf den öffentlichen Toiletten zu heftig. (Mir eigentlich auch) Alles in allem ist es jedenfalls einen Stopp auf einer Chinareise wert. Ich nenn es einfach mal eine „authentische Erfahrung“ ;-).


Kussi Bussi

eure Bai Ting

Montag, 18. Juli 2011

Große Chinareise - Suzhou & Shanghai

So, nun hat unsere vierwöchige Chinareise begonnen. Am Freitag hieß es für mich um 5 Uhr aufstehen, um den Dad und Bruder am Flughafen zu holen. Ich war dann auch überpünktlich dort (es wäre auch unzumutbar gewesen die beiden warten zu lassen) und musste fast eine Stunde warten. Als sie dann da waren haben wir gleich dort eine Sim-Karte für beide erworben und sind kurz zum Burger King. Die beiden haben sich dort bereits darüber amüsiert, dass die ganzen Lautsprecher Durchsagen so lustig klingen. Vom Flughafen sind wir dann mit dem Bus nach Suzhou gefahren, was vom Pudong Flughafen meiner Meinung nach die beste Option ist. Am Abend sind wir dann gleich chinesisch Essen gegangen und anschließend am See entlang geschlendert. Dort haben die beiden dann gleich wild los geknipst. 

Am Samstag stand dann der Tiger Hill, der Times Square und die Wassershow auf dem Plan. Der Tiger Hill ist mein lieblings Garten in Suzhou, ich hab bisher zwar noch nicht annähernd alle gesehen, aber durch seine Vielseitigkeit und seinen Bonsai-Garten hat er mich für sich gewonnen. Nach dem Tiger Hill wollten wir zur Nord Tempel Pagode, haben diese aber bei unserer Busfahrt irgendwie verfehlt. Also sind wir zurück nach Hause, haben uns einen Frappu bei Starbucks gegönnt und ein bisschen gechillt. Dann gings mit den Fahrrädern zum Times Square. Dort haben wir italenisch gegessen und anschließend einige Bilder geschossen. Das Programm war so ausgerichtet, um den beiden Suzhou von seiner traditionellsten und modernsten Seite zu zeigen. Nach dem ein paar Bilder im Kasten waren, schwangen wir uns wieder auf die Drahtesel und sind zur anderen Seite des Sees geradelt, um dort die Wassershow anzuschauen. 

Sonntags sind wir dann zuerst zur Shantang Jie und haben anschließend nochmal einen Versuch mit der Nord Tempel Pagode gestartet. Die Shantang Jie ist einfach eine Straße an einem Kanal, mit vielen kleinen Läden und süßen kleinen Brücken, die sich ideal für Fotos eignen. Dannach gings mit dem Taxi zur Nord Tempel Pagode, um sicher zu gehen das wir diesmal auch ankommen. Von der Nord Tempel Pagode hat man eine gute Sicht über ganz Suzhou. Anschließend gings wieder nach Hause, mit einem kleinen Abstecher zu Starbucks. Dann bin ich erstmal mit dem Rad zum Ticket Office, um Zugtickets nach Shanghai zu erwerben. Am Abend sind wir dann noch in die Li Gong Di, das ist eine sehr schön beleuchtete Gegend am See. 


Heute sind wir dann mit dem Zug nach Shanghai gefahren. Das Hotel ist ganz gut, die Zimmer sind geräumig und sauber, allerdings handelt es sich nicht wie bestellt, um einen nicht-Raucher Raum. Dann haben wir uns gleich aufgemacht zum Bund und haben dort dann in einem tollen Restaurant, direkt am Bund, mit perfektem Ausblick gegessen. Und ich hatte nach über einem halben Jahr endlich mal wieder ein Carpaccio. Am Bund wurden wir natürlich auch gleich wieder einige Male fotografiert und ich glaub die Männer fanden das ganz lustig, sie sind das ja bisher noch nicht so gewöhnt. Aus eigener Erfahrung kann ich sagen, dass es einem ziemlich schnell ganz schön auf die Nerven geht. Vorallem wenn sie einen dann vor verschiedene Motive stellen wollen, um auch viele verschiedene Bilder zu bekommen. 


Grüßle nach Deutschland





eure Bai Ting

Dienstag, 5. Juli 2011

Ich weiß nich soll ich mal lache soll ich mal weine & endlich Ferien

Mittlerweile hab ich die Abschlussprüfungen erfolgreich hinter mich gebracht. Wir hatten zwei verschiedene Prüfungen, eine für chinesische Grammatik & Schreiben und eine für Hören-Verstehen. Ich habe in beiden 95 Punkte oder mehr erzielt. Leider haben wir alle Punkteabzug bei der Endnote bekommen, da auch Anwesenheit in die Note mit einfließt. Kann passieren. Jetzt hab ich erstmal 2 Monate frei.

Bereits in zwei Wochen kommen mein Dad und mein Bruder und wir starten eine 4 Wöchige Reise durch China. Die Reiseziele auf die ich mich bisher am meisten freue sind die Provinz Yunnan und Tibet. Ich freu mich schon total mal was Anderes zu sehen, als eine chinesische Großstadt. Momentan hängt mir das Leben hier öfter mal ganz schön zum Hals raus. Es ist immer laut und dreckig und egal wo man hingeht, ist es meist überfüllt. Letzte Woche war ich mal wieder zu einer besonders ungünstigen Zeit im Supermarkt, da weiß ich echt oft nicht ob ich lachen oder weinen soll. (Zitat meiner Chinesisch Lehrerin in Deutschland: „Ich weiß nich soll ich mal lache soll ich mal weine“)In so einem Supermarkt ist es einfach so überfüllt, dass man mindestens 1,5 Stunden Zeit einplanen muss, selbst wenn man nur 3-4 Artikel braucht.

Als ich dort mit meinem Einkaufswaagen stand, inmitten von Chinesen die ihre Einkaufswägen quer hinter sich her ziehen, in der Nase bohren oder ihre Kinder unter Kleiderständer pinkeln lassen musste ich mich mal wieder beherrschen nicht einfach laut loszubrüllen. Nachdem ich dann fast mit Absicht ein Kind mit meinem Einkaufswagen gerammt hätte, musste ich mich doch mal zur Ruhe ermahnen und tief durchatmen. Es bleibt einem dann einfach nichts anderes übrig, als sich damit abzufinden im gleichen lahmen Tempo durch den Supermarkt zu bummeln wie die 2 Millionen anderen Menschen.

Momentan genieße ich aber auf jeden Fall so viel freie Zeit zu haben und keine Vokabeln lernen zu müssen. Gestern sind wir in den Waterpark in Suzhou gefahren, dass ist ein Schwimmbad unter freiem Himmel, mit Rutschen. Da gibt’s eine ganz tolle Rutsche, die ist wie ein Trichter der Schräg steht, in den Trichter wird man dann durch eine Röhre hineingeschleudert, auf einem Art Boot in dem 4 Personen sitzen. In dem Trichter schlidert man dann so weit die Wände hoch, dass es einen fast überschlägt, sehr witzig. Bei der Gelegenheit hab ich auch endlich mal etwas Farbe bekommen, obwohl es nichtmal übermäßig sonnig war. Aber so 30-34°C hats momentan schon täglich.

Danach waren wir noch mit unseren Freunden/Klassenkameraden essen, von denen die meisten leider schon bald wieder nach Hause fliegen. Am Abend als wir schon wieder innerhalb unseres Apartment Komplexes waren, trafen wir dann einige Amis die sich dort zu einer Hausparty aufgemacht haben, um den 4. Juli zu feiern, da haben wir uns dann gleich mal zu der Hausparty eingeladen und unsere Nachbarn kennen gelernt :D