Unsere Weiterreise von Yanji, Jilin, nach Beijing hat sich schwieriger gestaltet als erhofft. Am Abend des 24.07 sollte es um 18 Uhr mit dem Flieger nach Beijing gehen. Wir saßen bereits im Flieger als wir wieder aussteigen mussten. Dann saßen wir längere Zeit am Gate rum, es kam eine chinesische Durchsage nach der anderen, von der wir kein Wort verstanden. Irgendwann kamen dann freundlicherweise ein paar Koreaner zu uns und teilten uns auf Englisch mit, dass der Flug für den Tag gestrichen sei.
Da war das Chaos groß. Wir versuchten dann von dem Flughafenpersonal in Erfahrung zu bringen, wo wir nun die Nacht über bleiben würden und was mit unserem Gepäck passiert. Das hat sich mal wieder entsprechend schwierig gestaltet, weil es bei dem Personal mit dem Englisch nicht weit her war. Irgendwann kam dann aber doch rüber, dass wir von dem Flughafen zu einem Hotel gebracht würden und dort dann die Nacht bleiben müssten. Also ging irgendwann ein Bus vom Flughafen zum Hotel. Dort gab es ein extremes Gedränge, als ob der Krieg ausgebrochen sei, damit auch ja jeder Chinese einen mal angerempelt hat. Als wir dann unsere Zimmerschlüssel hatten, gab es erstmal ein Abendessen, das Restaurant im Hotel machte noch einen ganz guten Eindruck. Anschließend ging es in unsere Zimmer, wo mich das Entsetzen packte. Schon der Gang und die Türen waren runtergekommen wie nirgend zuvor. Im Zimmer selber war es auch nicht besser. Das bad war schimmlig, die Klopapierhalterung schon komplett verrostet, und die Betten ziemlich klein und durchgelegen. Als wir grad (in unseren Klamotten) schliefen, klingelte das Telefon. Am anderen Ende hat mir dann jemand auf chinesisch verklickert, dass wir in den ersten Stock kommen sollen. Was wir dort sollten hab ich nicht verstanden. Dort fanden wir dann unsere Koffer vor. Wir sind also gleich wieder ins Bett und um 4.50 Uhr hat das Telefon wieder geklingelt, es hieß „Um 5 Uhr ist Abfahrt vor dem Hotel“. Viel Zeit blieb also nicht, ich konnte grad mal Zähneputzen und los gings.
Am Flughafen hat dieses Mal dann zum Glück alles reibungslos geklappt und wir sind am nächsten Morgen um 9 Uhr in Beijing gelandet. Dort hat uns dann auch unser Tourguide “Olivia“ erwartet. Nach dem Frühstück im Hotel und kurzem frischmachen anschließend gings dann auch gleich auf Tour. Zuerst besichtigten wir den “Himmelstempel“. Den hatte ich zuvor bereits gesehen, ganz zu Beginn meiner Zeit in China. Es waren mal wieder die üblichen Menschenmassen unterwegs, so konnte man leider nicht so viel von der Anlage sehen wie wir gern hätten. Mir gefällt es dort ganz gut, vorallem die Gärten die die Tempelgebäude umgeben sind sehr schön. Zu meinen lieblings plätzen in Beijing gehört er allerdings trotzdem nicht. Anschließend ging es dann in ein Teehaus, indem wir einer traditionellen Teezeremonie beiwohnten. Dies war umsonst, allerdings wurde einem dabei gleich der Kauf von Tee und Tassen nahegelegt. Felix und ich haben dann auch gleichmal je eine Teesorte und eine Tasse, die das Muster wechselt wenn sie heiß wird, erworben.
Dannach konnten wir im Hotel noch eine Stunde ruhen, bevor es Abends in eine Acrobatic Show ging. Diesen Programmpunkt hatte ich mir explizit gewünscht, weil ich letztes Mal in Peking bereits eine gesehen hatte und ich begeistert war. Die Show die wir uns diesmal anschauten, sollte die vorherige sogar noch übertreffen. Das absolute Highlight war als am Schluss, 5 Motorräder in einem Runden Käfig fuhren. Schon als das 2 Motorrad in den Käfig gelassen wurde, waren alle ganz überrascht und ich dachte mir gleich „ein oder zwei gehen noch“, aber das am Schluss gleich 4 Mann und eine Frau in dem Käfig ihre Runden drehten, war doch faszinierend.
Am Dienstag den 26.07 ging es dann am Morgen zur Mauer. Auch auf der Mauer bin ich schon gewesen, aber diesmal ging es an eine andere Stelle. An dieser Stelle gab es keine Seilbahn die einen erstmal hochbringen musste, sondern die komplette höhe wurde zu Fuß erklommen. Die Massen haben sich natürlich wieder getummelt, auch unzählige „Langnasen“ und die Sonne hat uns prall auf die Birne geschienen. Ich hatte mir in weiser Voraussicht einen Hut mitgenommen. Die Aussicht war schon schön, war alles sehr grün, aber nicht ganz so schön wie beim ersten Mal. Und die Menschenmassen können einem auch die Freude verderben. Aber je weiter es nach oben ging, desto weniger Menschen waren unterwegs. Ich denke viele Chinesen erklimmen nur die ersten paar Meter um einige Fotos zu schießen und dann wieder zu verschwinden. Wir sind jedenfalls in praller Sonne bis ganz oben marschiert.Im Anschluss ging es dann zum Sommerpalast des Kaisers. Der Sommerpalast ist definitiv einer meiner lieblingsorte in Beijing. Durch den künstlich angelegten See, über den man auf eine Insel kommt, ist er besonders schön. Naja, Insel ist vielleicht nicht ganz der richtige Ausdruck, wir fuhren dort nämlich mit einem Boot hin, gingen aber über eine Brücke wieder runter.
Am Mittwoch haben wir uns am Morgen den Kaiserpalast, auch bekannt als die Verbotene Stadt angeschaut. Dort waren natürlich die üblichen Menschenmassen unterwegs und wir sind mit Olivia recht zügig durchmarschiert. Anschließend haben wir einen Hutong besichtigt. Das war meiner Meinung nach eines der Highlights in Beijing. Ich verwende dafür ganz gern das Wort “authentisch“. Wir wurden bereits von einer Rikscha erwartet. Wir konnten erst gar nicht glauben dass das ernst gemeint sein soll, war es aber voll und ganz. Eine Frau lies uns dort ihre Wohnung besichtigen. Diese Wohnungen sehen von innen total schön aus. Überall wuchern pflanzen und es steht Krempel rum. Dannach sind wir noch zum Hard Rock Cafe und haben T-Shirts geshoppt und gegessen. Und zum Abschluss gab es für Felix und mich dann noch eine Fußmassage in einem Krankenhaus für Traditionelle Chinesische Medizin. Dort sollten uns natürlich auch gleich wieder Medikamente verkauft werden. Mein häufiger Schnupfen in China ist nämlich auf innere Hitze zurück zuführen wie ich erfahren habe. So, die Fortsetzung folgt bald, ich bin ein bisschen hinterher mit dem Berichten.
Grüßle


Hi Ihr Weltenbummler, verfolge von LangWeilheim aus Eure Tour.
AntwortenLöschenBin auf Eure nächsten Abenteuer gespannt!?
Hallo Anna,
AntwortenLöschenum dieses authentische Erlebnis beneide ich euch, um manch anderes nicht wirklich!