Dienstag, 23. August 2011

Tibet - Lhasa


Am Montag den 8. August war es dann soweit, die Reise ging weiter nach Tibet. Um 8.50 Uhr ging der Flug, also hieß es wieder recht früh aufstehen. Um 7 Uhr war abfahrt am Hotel. Zum Flughafen brauchten wir nur 15 Minuten, allerdings waren es schreckliche 15 Minuten. Der Fahrer hat mal wieder rumgerotzt und gestunken ohne Ende. Da ich schon wieder mit Brechreiz zu kämpfen hatte, hab ich mir ein bisschen Tigerbalm unter die Nase geschmiert um es besser ertragen zu können (da geht’s ja zu wie in der Pathologie)

Gegen Mittag kamen wir dann im Hotel in Lhasa an und hatten dann den restlichen Tag frei um uns an die Höhe zu gewöhnen. Ha, das ich nicht lache. Wir waren in Zhongdian schon auf ca. 3300 m, da haben uns die 3600 in Lhasa dann auch nicht mehr so übermäßig geschockt.


Am Mittag haben wir uns dann selbstständig zu einem kleinen Spaziergang durch die Stadt aufgemacht. Was hierbei deutlich ins Auge stach, waren zahlreiche Soldaten und Polizisten. Die Straße in der unser Hotel war, war komplett bewacht, kein Auto konnte rein oder raus ohne an mehreren Wachposten vorbei zu müssen. Wir wurden auch von unserem Guide gewarnt, keine Fotos von den Soldaten zu schießen. Felix und ich konnten es aber natürlich nicht lassen und haben immer wieder versucht sie unauffällig zu knipsen. Im Anschluss an unseren Bummel waren wir in einem Restaurant essen, das auch westliche Küche angeboten hat. Anschließend ging es wieder ins Hotel, wo wir recht lang in der Lobby abhingen um das Internet zu nutzen, auf den Zimmern gab es keins. Felix und ich haben uns später nochmal auf die Suche nach einem Supermarkt begeben sind aber nicht fündig geworden. Also haben wir einzelne Getränke bei Straßenverkäufern erworben.

Dann sah ich einen kleinen Hund und wollte ihn streicheln und dann hat mich das Mistvieh tatsächlich gebissen. Ich hab mich total erschrocken und weh tat es auch. Hat zwar nicht geblutet, aber ich war trotzdem schockiert. Und drum herum standen Leute, die haben einfach gelacht. Als ich es später dem Vadder erzählt hab sagte er nur „selbst Schuld“, das hat mich auch nicht sonderlich überrascht, denn was anderes hatte ich von ihm eh nicht erwartet. Naja, immerhin hat sich jetzt mal meine Tollwut Impfung für stolze 180€ gelohnt.

Am nächsten Morgen hieß es dann erstmal die Innenstadt und dann den „Jokhang Tempel“ besichtigen. An dem kamen Felix und ich schon am Vortag bei unserer Suche nach einem Supermarkt vorbei, er ist ca. 5 Minuten zu Fuß vom Hotel entfernt. In Lhasa sieht man extrem viele Buddhisten, die mit Gebetsmühle durch die Straßen laufen oder die sich vor den Tempeln, eingehüllt in eine Wolke aus Rauch von Räucherstäbchen, auf den Boden werfen. Dabei lässt man sich erst auf die Knie fallen, und dann ganz auf den Bauch und macht mit den Händen eine Bewegung nach vorne. (Sieht ein wenig aus als ob sie auf dem Trockenen schwimmen) Viele von ihnen haben dafür Matten und einen Schutz für die Handflächen. Ein gläubiger Buddhist soll diesen Vorgang im Leben mindestens 10 000 mal gemacht haben. Wir haben auch einige Chinesen gesehen, die nachdem wir Stunden später wieder dort vorbeikamen, immer noch dabei waren. Das muss nach einer Zeit ziemlich schmerzhaft für die Knie und alles andere sein. Aber ihr wisst ja, der Weg zur Erlösung soll so beschwerlich wie möglich sein.

Danach gingen wir nochmal kurz ins Hotel, diesmal ging es dem Vadder nicht gut, er hatte wie ich kurz zuvor ein Übelkeit und Appetitlosigkeit. Das kam vermutlich von der Höhe. Nach ein bisschen Ruhen gingen fuhren wir dann mit unserem Tourguide zum Potala Palast. In den Potala lassen sie pro Tag nur 2 000 Menschen, die zu unterschiedlichen Zeiten eingeteilt werden. Man muss sich bereits vorher anmelden. Ohne Reiseagentur wäre das wohl recht schwierig geworden, da die Nachfrage entsprechend groß ist. Vor Ort gibt es Sicherheitskontrollen und die Pässe muss man auch vorlegen, auf die werden die Eintrittskarten reserviert.

War auf jeden Fall sehr interessant, vor allem wenn man sich wie ich eh ein bisschen für Buddhismus interessiert. Aber trotz der Begrenzung auf 2 000 Menschen täglich, war es noch immer ziemlich voll und gedrängt. Außer den Menschenmassen bekommt man halt einen Buddha nach dem anderen zu sehen. Und es wurde einem eben gesagt in welchem Zimmer der Dalai Lama gelernt oder Gäste empfangen hat. Nach genau einer Stunde musste man auch wieder aus dem Gebäude draußen sein, sonst muss man nachzahlen. Was aber auffällt, ist das man sehr schnell außer Puste ist. Zum Potala geht’s recht viele Treppen hoch und nach nur wenigen Stufen fühlt man sich als ob man nur schwer Luft bekommt. Da merkt man die Höhe dann doch. 

Mittwoch, 17. August 2011

Lijiang & Shangri-La



Nach dem wir den ganzen Donnerstag (4. August) mit der weiterreise von Yuanyang nach Lijiang verbracht haben, kamen wir erst Abends im Hotel in Lijiang an. Lijiang liegt ebenfalls in Yunnan und liegt bereits 2600 Meter über dem Meeresspiegel. Am Morgen haben wir uns zuerst die Altstadt angeschaut, die in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Die Altstadt war von unserem Hotel mit wenigen Treppenstufen zu erreichen. War eben eine typische chinesische Altstadt, mit kleinen Wasserkanälen und vielen Roten Lampions. (Ich kenn das ja von Suzhou schon sehr ausführlich) 

Anschließend stand ein Museumsbesuch auf dem Programm. Es war ein sehr kleines Museum, in dem Mann auch einen echten Priester der Lashi Minderheit sehen konnte. Danach gingen wir in den Black Dragon Pool, einen chinesischen Garten. Leider hat es dann angefangen zu regnen und wir sind recht zügig durch den Garten gelaufen. Danach sind wir wieder ins Hotel um eins bisschen auszuruhen. Das Hotel ist erbaut wie ein chinesischer Garten, mit den typischen geschwungenen Dächern und kleinen Innenhöfen. Richtig authentisch. 

Felix und ich sind dann nochmal los, um ein bisschen in der Altstadt zu shoppen und haben uns dann fast verirrt. Wir haben es grad noch rechtzeitig zurück geschafft, um uns mit unserem Guide zum Abendessen zu treffen. Er hat uns dann wieder in ein westliches Restaurant geführt, war aber nicht so toll. Ich fand das Essen versalzen, aber vielleicht hab ich mich auch bereits an die ehr salzarme Kost in China gewöhnt. Außerdem ging es meinem Magen schon den ganzen Tag nicht so toll, mal wieder. In dem Restaurant haben die Kellner dann auch das Bier von Felix umgeschmissen und ihm weder ein neues gebracht, noch von sich aus den Preis reduziert. Wir haben uns dann gleich beschwert, und stolze 8 RMB (also nichtmal ganz 80 Cent) Rabatt bekommen. Ich find ja, da hätte ein neues Bier hergestellt gehört. Naja, andere Länder, andere Sitten. Diesmal war auch unser Guide nicht so toll, ich hab schon wieder vergessen wie er heißt. Sein Englisch war einfach so schlecht, das man sich jede Frage eigentlich auch sparen hätte können. 

Nach dem Essen hatten wir auch keine Lust mehr durch die Altstadt zu bummeln, da es immer noch regnete. Also sind wir wieder zurück ins Hotel, leider funktionierte das Internet am Abend nicht mehr. Anscheinend ein Problem in der ganzen Stadt.

Am nächsten Morgen hieß es auch schon wieder Koffer packen und aus checken. Unser Weg führte uns per Auto durch die Berglandschaft nach Zhongdian „ dem legendären Shangri-La Land“, wenn ich unseren Reiseplan zitieren darf. In Zhongdian sind es übrigens sogar 3300m über dem Meeresspiegel, wir nähern uns schonmal an die Höhe in Tibet an. Unterwegs machten wir halt um die „Tigersprung-Schlucht“ anzuschauen. Die Tigersprung-Schlucht befindet sich im oberen Abschnitt des Yangtze, der an der Stelle Goldsand Fluss heißt. An der engsten stelle, ist die Schlucht nur 30 m breit, und in der Mitte befindet sich ein Stein. Legenden zufolge können an dieser Stelle Tiger den Fluss überqueren.(Wir haben allerdings keine gesehen, genauso wenig hat je ein Chinese wirklich einen gesehen) 

An dieser Stelle nochmal ein Zitat aus dem Reiseplan unserer Reiseagentur:
„Nach neunmonatiger intensiver Forschungsarbeit stand zum Jahresende 2001 fest, dass das Gebiet um Zhongdian, der Hauptstadt des Autonomem Tibetischen Kreises Deqen, das Shangri-La Land aus dem Roman "Lost Horizon" ist, den James Hilton 1933 nach Erzählungen des bekannten Botanikers und Geographen Joseph Rock, der hier viele Jahre lebte, geschrieben hat. Seither trägt die Region offiziell diesen Namen. „

Jetzt wisst ihr bescheid, oder? Das Buch hätten wir sogar in dem Museum in Lijiang für 25 RMB kaufen können, aber wir haben es gelassen, warum auch immer. Jetzt ging mir nämlich der Lesestoff aus. Im Hotel kamen wir um ca. 16 Uhr an. Im Hotel gab es keine Heizung und es war total kalt, meinem Magen ging es auch noch nicht besser. Wir haben dann bis zum Abendessen nichts mehr unternommen. Es gab chinesisch im Hotel, ich konnte eh fast nichts essen und hab mir eine Schale Reis mit aufs Zimmer genommen. Mit dem Bestellen des Reis, hab ich das Personal dort mal wieder damit schockiert, dass ich chinesisch “kann“. 

Am nächsten Morgen gingen die Männer mit unserer Führerin Xiao Ma (kleines Pferd) ein Kloster besichtigen, ich blieb im Hotel weil es mir noch immer nicht besser ging. Danach haben sie mich abgeholt und wir sind mit dem Auto um einen See und durch das Naturschutzgebiet gefahren. War sehr interessant, da liefen einfach frei Rinder, Schweine, Pferde und alle möglichen Tiere rum. Danach ging es wieder ins Hotel und um 16 Uhr trafen wir uns wieder mit dem kleinen Pferchen um durch die Altstadt zu schlendern und uns dann später auf Nahrungssuche zu begeben. In der Altstadt haben wir nochmal ein kleines Kloster besichtigt und uns wurden Einblicke in den tibetischen Buddhismus gewährt. Das Restaurant, dass wir anschließend aufsuchten bot  westliches Essen an. (Ihr seht schon, wir suchen so oft wie Möglich die Abwechslung von dem chinesischem “Fraß“. um die zwei Baitinger-Männer zu zitieren. )

Danach sind wir dann auch recht schnell ins Hotel und ins Bett, denn am nächsten Tag ging um 8:50 Uhr der Flieger nach Lhasa, also hieß es um 7 Uhr das Hotel verlassen. 

Freitag, 12. August 2011

Kunmig & Yuanyang


Der Flug von Guilin nach Kunming, in Yunnan verlief abgesehen von einer kleinen Verspätung problemlos und wir kamen am Abend in Kunming an. Dort erwartete uns bereits unser, diesmal englischsprachiger Guide, mit dem seltsamen Namen „Nunchaku“. Am nächsten Morgen hieß es schon wieder aus checken und eine ca. siebenstündige fahrt antreten. Umso mehr wir uns Yuanyang näherten, desto holpriger wurde die Strecke. Auf dem Weg mussten wir sogar einer Büffelfamilie die die Straße überqueren wollte ausweichen.


Die kleinen Dörfer die wir auf unserem Weg durchquerten waren extrem einfach, mit Hühnern und Schweinen die einfach auf der Straße umher laufen und Menschen der „Hani Minderheit“, die durch ihre Farbenfrohe Tracht auffallen. In so einem Dorf befand sich dann auch unser Hotel in dem wir spät am Abend ankamen. Wir gingen in einem Restaurant gegenüber dem Hotel essen und das chinesische Essen dort war erstaunlich gut. Nachdem wir gegessen hatten, fragte uns unser Guide, ob wir am nächsten Morgen den Sonnenaufgang über den Reisterrassen anschauen wollen, dazu müsse man aber schon um 5.30 Uhr losfahren. Für mich gab es da nicht viel zu überlegen, natürlich würden wir den Sonnenaufgang ansehen wollen. Aber 5.30 Uhr erschien uns ein bisschen spät, also haben wir vorgeschlagen schon um 5 Uhr loszufahren. Das sollte sich am nächsten Tag als sehr gute Idee herausstellen, denn andernfalls hätten wir den Sonnenaufgang wohl verpasst.

Um 4.30 Uhr stand ich auf, und pünktlich um 5 Uhr sind wir los gefahren. Es war aber so dunkel und neblig, und die Strecke so holprig, dass wir nur in einem sehr langsamen Tempo vorwärts kamen. Der Fahrer hat teilweise gar keine Sicht gehabt und am Straßenrand ging es oft ohne Sicherung steil den Berg herunter. Als wir dann nach ca. einer Stunde fahrt endlich an dem Aussichtspunkt ankamen, hatten wir noch ungefähr 10 Minuten bis die Sonne aufging. Nachdem unzählige Fotos im Kasten waren und der Nebel sich langsam über die Landschaft legte, kehrten wir zurück zum Auto, an dem unsere Fahrer gerade dabei war ein Rad zu wechseln. Das alte Rad wäre nämlich platt. Im weiteren Tagesverlauf haben wir dann an verschiedenen Aussichtsplattformen gehalten um verschiedene Ausblicke auf die Reisterrassen zu bekommen. Wir machten auch in einem winzig kleinen Dorf halt, um durch einen Markt zu schlendern.


An unserer letzten Aussichtsplattform kamen wir schon am Mittag gegen 14 Uhr an und der Plan war, an dieser Stelle den Sonnenuntergang anzusehen. Also hatten wir dort sehr viel Zeit totzuschlagen. Als wir auf den Parkplatz fuhren kamen sogleich mehre Kinder herbei gerannt und haben das Auto verfolgt, um uns Postkarten zu verkaufen. Wir stiegen aus und sofort klebten an jedem ein zwei Kinder mit Hundeblick, die bettelten „kauf ein Postkartenset“. Die Kinder taten mir schon ziemlich leid, wobei ich ehrlich gesagt nicht glaube, dass es ihnen besonders schlecht ging. Ihre Familien leben vermutlich vom Reisanbau und der Postkarten dient nur zum Nebenverdienst. Andernfalls müssten sie schon lange verhungert sein, denn im Verlauf des Tages kamen nur 2-3 Busse mit Touristen an und von denen hat keiner was gekauft. Wir haben wieder Fotos von den Reisterrassen und auch von den Menschen dort gemacht. Allerdings war dabei Vorsicht geboten, denn unser Guide hatte uns gewarnt, dass viele Leute dieser Minderheit der Meinung sind durch ein Foto das man von ihnen macht, würde ihnen ihre Seele genommen werden.

Als wir dann auf einem Bänkchen saßen, kamen zwei alte Herren zu uns und haben uns „Daumen hoch“ gezeigt. Mit Zeichensprache haben wir dann gefragt ob es okay sei, ein paar Fotos von ihnen zu schießen, und die beiden haben sich bereitwillig ablichten lassen. Weil die beiden so urig und so freundlich waren, wollte der Vadder ihnen dann ein Bier ausgeben. Unser Guide hat für uns übersetzt, von meinem Chinesisch verstanden die Guten leider kein Wort. (Ich hoffe einfach, dass es an dem Dialekt und dem eingeschränkten Hörvermögen der alten lag und nicht an meinem Chinesisch) Also gingen wir mit den beiden alten in ihr „Restaurant“ auf der anderen Straßenseite, um ihnen dort ein Bier zu kaufen. Das „Restaurant“ war mehr eine Garage, in der ein Tisch stand, an dem die ganze Familie, mitsamt der Enkelkinder, versammelt saß. Erst wollten die beiden das Bier gar nicht annehmen, sondern wollten im Gegenteil uns auf ein Getränk einladen. Vadder hat dann aber darauf bestanden, dass sie es annehmen und dafür haben Felix und ich von dem alten ein Eis bekommen. Uns wurden dann winzig kleine Hocker gebracht und wir haben uns mit in die Runde gesetzt. Einer der alten hat uns dann fleißig auf chinesisch zu getextet und unser Guide hat uns immer übersetzt was er gesagt hat. Er meinte, dass früher nie Ausländer in ihr Land gekommen seien, und seit dem China geöffnet wurde, zwar ab und zu mal Ausländer mit Bussen durch ihr Dorf fahren, er aber noch nie persönlich welche gesehen hätte. Immer wieder sagte er wie willkommen wir hier seien (das hab ich sogar verstanden) und zum Abendessen wollte er uns auch einladen. Auf das Abendessen haben wir beim Anblick der Küche lieber verzichtet, waren aber sehr dankbar für die Gastfreundschaft. Später hat er uns sogar angeboten bei ihm im zu wohnen. Dort mit den Chinesen in ihrem Garagenrestaurant am Tisch zu sitzen, war das authentischste was ich in China bisher erlebt habe.

Wir haben uns dann von den alten verabschiedet und sind wieder zurück zur Aussichtsplattform, die verschiedene Ebenen den Berg hinab verteilt hatte. Wir stiegen dann die unzähligen Treppen bis ganz nach unten und haben geknipst wie die Weltmeister. Dann haben wir uns langsam wieder hoch gearbeitet und auf jeder Ebene eine Pause und noch mehr Fotos gemacht. Auf einer dieser Ebene lebte auch eine kleine Familie, die dort in ihrem Wohnraum Dinge zum verkauf ausliegen hatten. Schwer zu fassen, dass sie dort wirklich in einer Hütte, ohne fließend Wasser, in einem Zimmer mit einer Herdplatte leben. Aber immerhin ein Fernseher hatten sie da stehen.

Auf einer der Aussichts-ebenen haben Felix und ich sogar ein kleines Nickerchen gehalten, immerhin galt es immer noch mindestens 3-4 Stunden bis zum Sonnen-untergang totzuschlagen. Als wir wieder oben waren, kamen gleich wieder die Kinder um uns Postkarten zu verkaufen. Ich wollte eh schon den ganzen Tag welche kaufen und hab dann letztendlich 2 Sets gekauft, aber erst nach dem ich die Kids erbarmungslos runtergehandelt hatte. Felix und ich haben uns dann dort in einem kleinen laden eine „kekoukele“ (Coca Cola) und eine Suppe gekauft. Die Suppe ist in einem Papiercontainer, in den heißes Wasser gegossen wird. Die Frau im Laden hat uns die Suppe aufgegossen und wir haben dann direkt im Laden auf zwei kleinen Hockern die Suppe gegessen. Auch sehr authentisch, wie wir da in dem Laden saßen, die Verkäuferin hat uns dort dann einfach allein gelassen. Unser Guide hatte sich inzwischen zu den Hani Frauen und den Kindern gesetzt und ihnen Massagen verpasst. Uns wollte er auch die traditionelle chinesische Medizin „fühlen lassen“, aber wir wollten lieber nichts fühlen.

Gegen 18 Uhr sind wir dann wieder die vielen Treppen runter, um weitere Fotos bei Dämmerlicht zu schießen. Die Sonne selbst konnten wir beim untergehen nämlich gar nicht sehen von dort wo wir waren. 

Montag, 8. August 2011

Guilin & Yangshuo


Am Freitag den 29.07 sind wir gegen 19 Uhr nach Guilin , in der Provinz Guangxi, geflogen. Am Flughafen wurden wir wieder mit einem „Baitinger“ Schild, von einer kleinen Chinesin erwartet. Die kleine Chinesin heißt „Yen“, was übersetzt Flamme bedeutet und ist wirklich ein Temperamentbündel. Sie spricht sehr gut Deutsch, mit erstaunlich guter Grammatik. Während der Fahrt zum Hotel hat uns Yen auszeichnet unterhalten und uns sogar Witze erzählt.

Am nächsten Morgen ging es schon um 8.30 Uhr wieder los, und wir mussten nach der einen Nacht bereits wieder aus checken. Es stand eine vierstündige Schiffsfahrt nach Yangshuo auf dem Li-Fluss auf dem Programm. Bei der Schiffsfahrt hatte man einen wunderschönen Ausblick auf die Karstgebirge hatte, die den Fluss umgeben. Bei der Fahrt wurden wir mit einer anderen deutschen Familie , mit drei Töchtern zusammengesetzt. Und diese Familie hat beim Essen tatsächlich erstmal Sakrotan ausgepackt, und das Geschirr und die Stäbchen desinfiziert. Ganz schön heftig unterwegs die 5. Aber anscheinend hatte von denen im ganzen Urlaub keiner Magenprobleme, was man von uns nicht wirklich sagen kann. Die Mutter der Familie war dann sogar so krass drauf und hat einen Schlangenschnaps bestellt. Der Schnaps wird aus einer Flasche gegossen, in der bis oben hin tote Schlangen schwimmen. Ich hab natürlich auch mal genippt, schmeckt wie ganz normaler Schnaps, vielleicht nicht ganz so stark wie den Birnenschnaps den wir immer zu Hause hatten. Nach vier Stunden gingen wir von Bord. Auf dem weg zum Hotel liefen wir durch eine Einkaufsstraße, mit vielen Ständen, die den üblichen chinesischen Schnick-Schnack verkauften.

Im Hotel haben wir dann eine weile geruht, und sind am Abend dann Essen gegangen. Von chinesischem Essen hatten wir alle erstmal die Nase voll und wollten deswegen ein westliches Restaurant suchen. Wir sind dann in einem Restaurant gelandet, das ein deutscher geleitet hat. Er hat uns dann erklärt, dass es drei Restaurants sind die Zusammenhängen, eins mit Pizza, eins mit deutschem Essen und nochmal irgendein anderes. Wir haben uns dann in den „Biergarten“ gesetzt und was deutsches zu essen bestellt. Mein „Beef Stroganov“ hat nicht wirklich gut geschmeckt, aber zum Glück hatte ich noch zusätzlich einen Kartoffelsalat bestellt. Der Kartoffelsalat war als einziges genießbar, dementsprechend hab ich den Rest übrig gelassen. Nach kurzer Zeit war ich auch schon wieder übersät mit Schnakenstichen. Diese elendigen Viecher haben es irgendwie auf mich abgesehen, einige Tage zuvor hatte ich am Bein einen Stich, der auf eine Größe von über 10cm Durchmesser anschwoll. Auch die Stiche in Yangshuo sind angeschwollen und haben gejuckt wie blöd. Vermutlich bin ich allergisch. Im Anschluss sind wir noch ein bisschen über die Einkaufsstraße geschlendert und dann ins Hotel.

Am nächsten Tag hatten wir frei. Wir konnten den Tag nach eigenen Belieben gestalten. Wir haben dann mal etwas später gefrühstückt. Es gab mal wieder eine ordentliche Auswahl an westlichen Dingen. Toast, Cornflakes usw.

Wir haben dann E-Bikes gemietet und wollten damit rumfahren. Wir haben dazu auch eine Karte bekommen, wussten aber trotzdem nicht so recht wie wir uns orientieren sollen. Dann hat uns der Vermieter von den Bikes angeboten uns gegen geringe gebühr zu führen. Für 50 RMB (ca. 5€) ist er dann mit uns mitgefahren und hat uns geführt.

Ich hatte zu Beginn gewisse Schwierigkeiten mit dem Anfahren, ich bin zuvor ja noch nie selber Roller gefahren, immer nur mit gefahren. Darum bin ich Anfangs immer ein wenig schwungvoll losgefahren. Der Vermieter hat schon ganz besorgt um sein Bike geschaut. Ich hatte es dann aber doch recht schnell raus, und wir konnten los cruisen. Es war eine tolle Ausfahrt, man hatte einen wunderschönen Blick auf die Landschaft dort. Viele tolle Motive für Fotos. Leider ging der Akku recht schnell leer, zumindest meiner. Der Akku von Felix war noch fast voll, als meiner schon im roten Bereich war. (Entweder lag es an meinen Fahrversuchen zu Beginn und/oder mit dem Teil hat was nicht gestimmt) Es hat dann grad so noch bis zurück zum Laden gereicht. Dann sind wir noch kurz bei Mc Donalds vorbei, um uns zur Abwechslung mal wieder was nicht chinesisches zu gönnen.


Am Abend gab es dann doch mal wieder chinesisches Essen mit unserer „Flamme“ und anschließend haben wir eine Show besucht. Bei dieser Show spielen über 600 Schauspieler mit, alles normale Bauern und Kinder. Zu der Show sind wir mit einem kleinen Elektrobus, der aber doch Benzin verbannte, gefahren. Ein äußerst seltsames Gefährt, hinten sind Sitzbänke und das ganze ist offen.

Die Show fand auf einer Freilichtbühne statt, an einem See gelegen und umgeben von Karstbergen. Es war alles sehr beeindruckend gemacht, mit vielen Lichtern und lauter Musik. Laut Yen Yen hat der Regisseur schon viele bekannte chinesische Filme gemacht und auch die Olympia Eröffnung inszeniert. Der Vadder war ja eigentlich nicht so begeistert von der Idee die Show zu besuchen, und mit 350 RMB pro Person war sie auch teuer für chinesische Verhältnisse, aber ich glaub am Schluss hat es ihm auch gut gefallen. Es war auf jeden Fall ein schöner Abschluss unserer Zeit in Guangxi. 

Samstag, 6. August 2011

Schlafwagenfahrer in Xi'an

Am Mittwochabend ging es dann von Beijing nach Xi'an. Ich spreche ja öfters mal von „Schlafwagenfahrerei“ wenn mir irgendwas zu langsam geht und nun sollten wir höchstpersönlich zu Schlafwagenfahrern werden. Wir hatten in unserem Abteil noch das 4. Bett dazugekauft, damit wir platz für unsere Koffer haben und damit ja kein fremder (Chinese) mit uns im Abteil ist. Die Zugfahrt war dann sogar besser als erwartet. Die Toiletten waren in einem sehr guten Zustand und mit dem einen Bett zuviel war es auch gar nicht so beengt. Ich fands jedenfalls total witzig, Stockbetten ohne Leiter undso. Leider haben sie in dem Zug auch auf den Gängen geraucht und dann kam der ganze Mog in unser Zimmer. Geschlafen hab ich dann leider nicht so gut, konnte schwer einschlafen und bin immer wieder aufgewacht. Pünktlich um 8 Uhr kamen wir am nächsten Morgen in Xi'an wo uns unser Tourguide „Hu“ oder auch „Josef“ bereits erwartete. Auch er sprach deutsch, sogar ziemlich gut. Er hat 8 Jahre in Deutschland studiert, und war top informiert. Mir persönlich hat er manchmal etwas zu viel Informationen abgelassen, so viel kann sich auf die schnelle kein Mensch merken.



Wir sind dann zu unserem Hotel gefahren, konnten nach einem guten Frühstück (soll heißen, kein Reis dafür aber Toast und Cornflakes) noch ins Zimmer und uns etwas frisch machen. Dann machten wir uns auf den Weg um die Wildgans Pagode zu besichtigen.

Der Name Wildganspagode ist auf eine indische Legende zurückzuführen: „Einst gab es ein Kloster des Hinayana-Buddhismus, in welchem Mönche auch Fleisch essen durften. Eines Tages gingen die Fleischvorräte zu Ende und einer der Mönche rief; ‚Wir haben kein Fleisch mehr, und Buddha sollte das wissen‘. In diesem Moment fiel eine Gans aus einer Schar Wildgänse, die gerade über das Kloster flogen, tot vom Himmel. Die erschrockenen Mönche – im Glauben, Buddha selbst habe sich geopfert – errichteten der Gans eine Pagode“.



Im Anschluss ging es dann zur Terrakotta Armee, die wohl bekannteste Sehenswürdigkeit in Xi'an. Auf dem Weg zur Terrakotta Armee kamen wir noch bei einer Art Werkstatt vorbei, bei denen uns gezeigt wurde wie die Terrakottakrieger hergestellt wurden und immernoch, hauptsächlich zu Souvenirzwecken, hergestellt werden. An Souvenirs waren wir natürlich nicht interessiert und sind gleich weiter zum Terrakottamuseum. Hu hat uns sehr viel erzählt und wusste bestens bescheid. Ich konnte ihn leider die meiste Zeit sehr schlehct verstehen, aufgrund von dem Lärm der Menschenmassen und weil er sich mit seinen Erklärungen meisten an den Vadder gerichtet hat. Die Terrakotta Armee wurde erst 1974 von drei Bauern entdeckt, die einen Brunnen graben wollten. Schon wenige Jahre später hat bereits das Museum eröffnet. Es handelt sich bei der Armee um eine Grabanlage für den ersten Kaiser von China „Qin Shi Huang“ (221 - 210 v. Chr.) Der Kaiser wollte laut Hu zunächst lebendige Menschen als Grabbeigabe, aber ihm wurde von seinen Beratern davon abgeraten, da das Land durch Kriege bereits viele Menschen verloren hatte.



Am Abend haben wir an einem „Jiaoze Bankett“ teilgenommen. Jiaozi sind chinesische Teigtaschen, vergleichbar mit Maultaschen. Das besondere an diesem Bankett ist, dass die Jiaoze besonders schön angerichtet sind. Eine, mit Ente gefüllt, war gelbt und der Teig zu einer Ente geformt. Am Freitag haben wir am Morgen dann gleich ausgecheckt und noch ein Museum und eine Moschee angeschaut. Der Museumsbesuch war etwas anstrengend, weil Hu alles sehr sehr genau erläuterte. Die Moschee hingegen war sehr schön, interessant war, dass sie in chinesischem Baustil erbaut wurde.