Am Montag den 8. August war es dann soweit, die Reise ging weiter nach Tibet. Um 8.50 Uhr ging der Flug, also hieß es wieder recht früh aufstehen. Um 7 Uhr war abfahrt am Hotel. Zum Flughafen brauchten wir nur 15 Minuten, allerdings waren es schreckliche 15 Minuten. Der Fahrer hat mal wieder rumgerotzt und gestunken ohne Ende. Da ich schon wieder mit Brechreiz zu kämpfen hatte, hab ich mir ein bisschen Tigerbalm unter die Nase geschmiert um es besser ertragen zu können (da geht’s ja zu wie in der Pathologie)
Gegen Mittag kamen wir dann im Hotel in Lhasa an und hatten dann den restlichen Tag frei um uns an die Höhe zu gewöhnen. Ha, das ich nicht lache. Wir waren in Zhongdian schon auf ca. 3300 m, da haben uns die 3600 in Lhasa dann auch nicht mehr so übermäßig geschockt.
Am Mittag haben wir uns dann selbstständig zu einem kleinen Spaziergang durch die Stadt aufgemacht. Was hierbei deutlich ins Auge stach, waren zahlreiche Soldaten und Polizisten. Die Straße in der unser Hotel war, war komplett bewacht, kein Auto konnte rein oder raus ohne an mehreren Wachposten vorbei zu müssen. Wir wurden auch von unserem Guide gewarnt, keine Fotos von den Soldaten zu schießen. Felix und ich konnten es aber natürlich nicht lassen und haben immer wieder versucht sie unauffällig zu knipsen. Im Anschluss an unseren Bummel waren wir in einem Restaurant essen, das auch westliche Küche angeboten hat. Anschließend ging es wieder ins Hotel, wo wir recht lang in der Lobby abhingen um das Internet zu nutzen, auf den Zimmern gab es keins. Felix und ich haben uns später nochmal auf die Suche nach einem Supermarkt begeben sind aber nicht fündig geworden. Also haben wir einzelne Getränke bei Straßenverkäufern erworben. Dann sah ich einen kleinen Hund und wollte ihn streicheln und dann hat mich das Mistvieh tatsächlich gebissen. Ich hab mich total erschrocken und weh tat es auch. Hat zwar nicht geblutet, aber ich war trotzdem schockiert. Und drum herum standen Leute, die haben einfach gelacht. Als ich es später dem Vadder erzählt hab sagte er nur „selbst Schuld“, das hat mich auch nicht sonderlich überrascht, denn was anderes hatte ich von ihm eh nicht erwartet. Naja, immerhin hat sich jetzt mal meine Tollwut Impfung für stolze 180€ gelohnt.
Am nächsten Morgen hieß es dann erstmal die Innenstadt und dann den „Jokhang Tempel“ besichtigen. An dem kamen Felix und ich schon am Vortag bei unserer Suche nach einem Supermarkt vorbei, er ist ca. 5 Minuten zu Fuß vom Hotel entfernt. In Lhasa sieht man extrem viele Buddhisten, die mit Gebetsmühle durch die Straßen laufen oder die sich vor den Tempeln, eingehüllt in eine Wolke aus Rauch von Räucherstäbchen, auf den Boden werfen. Dabei lässt man sich erst auf die Knie fallen, und dann ganz auf den Bauch und macht mit den Händen eine Bewegung nach vorne. (Sieht ein wenig aus als ob sie auf dem Trockenen schwimmen) Viele von ihnen haben dafür Matten und einen Schutz für die Handflächen. Ein gläubiger Buddhist soll diesen Vorgang im Leben mindestens 10 000 mal gemacht haben. Wir haben auch einige Chinesen gesehen, die nachdem wir Stunden später wieder dort vorbeikamen, immer noch dabei waren. Das muss nach einer Zeit ziemlich schmerzhaft für die Knie und alles andere sein. Aber ihr wisst ja, der Weg zur Erlösung soll so beschwerlich wie möglich sein.
Danach gingen wir nochmal kurz ins Hotel, diesmal ging es dem Vadder nicht gut, er hatte wie ich kurz zuvor ein Übelkeit und Appetitlosigkeit. Das kam vermutlich von der Höhe. Nach ein bisschen Ruhen gingen fuhren wir dann mit unserem Tourguide zum Potala Palast. In den Potala lassen sie pro Tag nur 2 000 Menschen, die zu unterschiedlichen Zeiten eingeteilt werden. Man muss sich bereits vorher anmelden. Ohne Reiseagentur wäre das wohl recht schwierig geworden, da die Nachfrage entsprechend groß ist. Vor Ort gibt es Sicherheitskontrollen und die Pässe muss man auch vorlegen, auf die werden die Eintrittskarten reserviert.
War auf jeden Fall sehr interessant, vor allem wenn man sich wie ich eh ein bisschen für Buddhismus interessiert. Aber trotz der Begrenzung auf 2 000 Menschen täglich, war es noch immer ziemlich voll und gedrängt. Außer den Menschenmassen bekommt man halt einen Buddha nach dem anderen zu sehen. Und es wurde einem eben gesagt in welchem Zimmer der Dalai Lama gelernt oder Gäste empfangen hat. Nach genau einer Stunde musste man auch wieder aus dem Gebäude draußen sein, sonst muss man nachzahlen. Was aber auffällt, ist das man sehr schnell außer Puste ist. Zum Potala geht’s recht viele Treppen hoch und nach nur wenigen Stufen fühlt man sich als ob man nur schwer Luft bekommt. Da merkt man die Höhe dann doch. 














