Dienstag, 27. Dezember 2011

Surprise


So, es ist der 20. Dezember und wo sitze ich? Trommelwirbel...im Flugzeug. Schön ausgebreitet über zwei Sitze. Den Blogeintrag werd ich zwar erst in einigen Tagen hochladen, zum einen weil Blogspot grad rumspackt und zum anderen um die Überraschung zu bewahren. Ich flieg gerade von Shanghai nach Helsinki und dann von Helsinki nach Stuttgart und das witzige daran ist, dass (fast) keiner was davon weiß. Weder meine Eltern noch meine Freunde. Nur wenige Personen sind eingeweiht, zum Beispiel Monne, der mich abholen wird.

Geplant hab ich das mit meinen zwei Mitbewohnerinnen schon lange, schon Monate lang muss ich dicht halten und Lügen über mein Ankunftsdatum streuen. Aber ich denk, dass der Gesichtsausdruck meine Eltern es wert sein wird, wenn ich in einigen Stunden einfach an der Haustür klingel. Eigentlich hatte ich ja zuerst geplant mich einfach ins Haus zu schleichen ohne zu klingeln und die Eltern dann zu erschrecken, aber mir wurde davon abgeraten, mit dem Gedanken die guten vor einem Herzanfall zu schützen.

Am Freitag haben wir eine Weihnachts- & Abschiedsparty geschmissen. Es gab Glühwein, und Wichteln und es waren einige Leute da. Wir waren dann bis ca. 2 Uhr bei uns und danach gings noch in einen Club. Am Samstag haben wir uns dann erholt und ein Katerfrühstück von Burger King liefern lassen. Birgit und ich sind später noch spontan auf die Shantang Jie um noch ein paar fehlende Geschenke zu erwerben. Am Sonntag haben wir dann begonnen zu packen und Sonntag Abend fand noch ein Abschiedsessen statt. Beim packen hab ich kurz mal fast einen Nervenzusammenbruch erlitten, weil es einfach nicht gepasst hat. Ich hatte schon vor 1-2 Wochen einen zweiten großen Koffer erworben, so dass ich mit 2x23 kg fliegen kann. Ich hatte sehr gehofft dass das reicht, aber wie irgendwie zu ahnen war tat es das nicht! Ich hab zwar extrem viel Zeug auch weggeschmissen oder zum spenden auf die Seite gelegt, aber es waren immer noch ca. 10 kg die keinen platz mehr fanden. Also hab ich Yuhua angerufen (unsere chinesische Freundin) und die ist mit mir zur Post und da hab ich ein Packet mit 10 kg verschickt, für ca. 40 Euro. Allerdings auf dem langsamsten Weg, das dauert bis zu 8 Wochen. Naja, das Packet war hauptsächlich gefüllt mit Schuhen, für die es momentan eh zu kalt ist. Einer meiner Koffer ist zur Hälfte voll mit Handtaschen und zur anderen mit Souvenirs. Der andere Koffer ist halb voll mit Klamotten und zur anderen Hälfte auch noch mal mit 2-3 Handtaschen und zwei Jacken.

Also wie gesagt hatten wir Sonntagabend noch ein Abschiedsessen mit unseren engeren Freunden und wir sind noch mal chinesisch Essen gegangen im Yangyang. Ein chinesisches Restaurant in dem wir in letzter Zeit öfter waren, das bei uns für extrem gutes Süß-sauer Schwein bekannt ist. (Das schmeckt tatsächlich mal nach Schwein und zwar wie Schnitzel, nur halt süß-sauer.) Dort haben wir dann auch noch unsere Bierreste mitgebracht und auf den Tisch gestellt. Das kann man in China schon so machen, so ganz begeistert sind die Kellner zwar meist nicht, aber sie sagen nichts. Anschließendnd gings heim und bald ins Bett, weil wir am Montag Morgen besuch von unserer Maklerin und Vermieterinin bekamen um die Wohnung abzunehmen. Wir sind nämlich Montag Mittag schon nach Shanghai um dort eine Nacht in einem Hotel ganz nah am Flughafen zu schlafen. Unser Flug ging heute Morgen um 10:15 Uhr, da hätten wir in Suzhou schon vor 6 Uhr fahren müssen. Mit der Wohnungsabnahme hat alles soweit geklappt, außer das wir unsere Kaution nicht zurück bekamen.

Wir hatten mit unserer führen Maklerin Rebecca ausgemacht, dass sie die Vermieterin kontaktiert und ihr mitteilt, dass wir zwei Monate früher ausziehen als im Vertrag festgehalten und dass wir die letzten zwei Mieten dann auch nicht mehr zahlen. Und sie sollte auch versuchen, dass wir obwohl unser Vertrag sagt, dass bei frühzeitiger Kündigung die Kaution einbehalten wird, wir die Kaution trotzdem bekommen würden. Und laut Rebecca hat die Vermieterin dem auch zugestimmt.

Jetzt hatten wir eine neue Maklerin die für uns zuständig war, Amanda. Und die hat uns dann mitgeteilt, dass die Vermieterin sich weigert uns die Kaution zurück zu geben, eben weil im Vertrag steht dass die einbehalten wird wenn wir keine 12 Monate bleiben. Da konnte man dann auch nichts mehr machen. Wir hatten irgendwie schon damit gerechnet, obwohl wir schon geahnt hatten dass so was passieren kann. Trotzdem hatten wir eingeplant am Montag nochmal in Shanghai zu shoppen, nachdem wir unser Sach ins Hotel gebracht haben. Sarah hatte kein bisschen Platz mehr und ist im Hotel geblieben, aber ich hatte noch ca. 2 kg platz in einem Koffer und bin mit Birgit nochmal auf den Fakemarkt. Ich musste noch ein Geschenk für meinen Opa erwerben und ich kam dann auch nicht umhin nochmal zwei Handtaschen zu kaufen. (Ich muss zugeben normal ist das eigentlich nicht...Kaufsucht lässt schon ein bisschen grüßen)

Heute bin ich dann um 6.13 Uhr aufgestanden (wir mussten alle drei duschen und ich brauch am längsten zum Haare föhnen) und um 8 ging es vom Hotel mit dem Shuttleservice zum Flughafen. Wir waren dann ca. 8:20 Uhr am Flughafen und es hat alles reibungslos geklappt. Ich wollte meinen zweiten Koffer eigentlich vorher online anmelden, weil es dann statt 80€ nur 50€ gekostet hätte, aber irgendwie hat die Funktion online nicht funktioniert. (Sogar unsere Frau vom Reisebüro hatte für mich in Deutschland bei Finnair angerufen und nichts erreicht) Naja, dann musste ich halt 80€ zahlen, aber das wars mir Wert. Als zweit Koffer hab ich übrigens einen sehr hübschen Hello Kitty Koffer erstanden :)

So und jetzt sitz ich schon über 7 Stunden im Flugzeug. Ich hab schon zwei Filme geschaut, ein bisschen gelesen und jetzt schreib ich meinen Blog. Wir fliegen noch ca. 3 Stunden und dann von Helsinki nochmal … Stunden. Und um 18:40 Uhr deutscher Zeit müssten wir eigentlich landen und da wird HOFFENTLICH mein Kumpel Monne auf mich warten. Und auf dem nach Hause weg müssen wir noch an einer Dönerbude halten, darauf freue ich mich schon seit Wochen.

Also Leute, Grüße von über den Wolken

Over and out!

PS: Ein 15. Zoll MacBook ist fast ein bisschen groß um es im Flugzeug zu nutzen, ich sitz quer, also ans Fenster gelegt mit den beinen über beide sitze und der Bildschirm schlägt links und rechts fast an. -.-

Mittwoch, 21. Dezember 2011

Geschröpft!



Wir waren hier in letzter Zeit öfter mal bei der Massage. 90 Minuten Körper und Füße ca. 18 Euro. Und als wir vor ca. zwei Wochen mal waren, hat Birgit entdeckt dass es im Programm auch Rücken+ Kopf+ Cubbing gibt. (Schröpfen) Und wie wir ebenso sind, konnten wir es uns nicht entgehen lassen mal Cubbing auszuprobieren. Vielen Dank Birgit für diese Schnapsidee! Also sind wir am Donnerstag zu sechst nach der Uni zur Massage. Zwei haben nur eine Normale Massage machen lassen und wir restlichen vier mit Cubbing. Die Kopfmassage war sehr angenehm, die Rückenmassage auch. Manchmal schmerzt es da auch leicht, aber wenn man sagt man möchte es nicht so hart dann passen die guten Damen auf. Und dann sind die Damen kurz verschwunden und mit vielen Holzbechern und Brennstoff wieder gekommen. Wir haben schon rumgejauchzt und uns etwas gefürchtet. Aber uns wurde im vor raus mehrfach versichert, dass das überhaupt nicht weh tut.

Als bei den anderen schon die Becher angesetzt wurden haben sie schon laut geschrien. Und dann ging es auch bei mir los. Dazu wird ein Wattebausch angezündet und kurz in den Becher gehalten, und der Becher sofort auf die Haut aufgesetzt. Und dann haben sie die angesaugten Becher erstmal ca. eine Viertelstunde den Rücken hoch und runter gezogen. Ziemlich schmerzhaft. Also bei mir ging, ich weiß nicht ob meine Masseurin einfach wusste dass ich schmerzempfindlich bin oder was auch immer, jeden Falls hatte ich nicht so große Schmerzen wie die anderen. Die anderen drei haben so laut geschrien als würden sie grad sterben. Und anscheinend hat es sich auch so angefühlt. Zitat „Als ob einem die Haut abgezogen wird“. Anschließend haben sie viele Becher auf dem Rücken angesaugt und ein Handtücher über uns gelegt und sind verschwunden. Yanyie, eine Freundin mit asiatischen Wurzeln die aber aus Deutschland kommt hatte auch dann immer noch solche Schmerzen, dass sie versucht hat die Damen zurück zu rufen, allerdings ohne Erfolg. Ich hatte hauptsächlich Nachts beim schlafen schmerzen, sobald ich mich auf den Rücken gedreht habe. Mittlerweile sieht man schon fast nichts mehr, nur noch Runden Flecken, wie ein blauer Fleck, aber schon ehr gelb/grünlich.  

Nikolaustag also known as Indertag



Am Dienstag den 6. Dezember hatten wir eine Verabredung mit einer Indischen Frau aus unserer Klasse. Birgit hatte ihr mal geholfen eine Elektronisches Wörterbuch zu kaufen, und dafür war die gute Inderin so dankbar, dass sie uns einen ganzen Tag mit ihr gönnen wollte. Nach dem Unterricht sind wir also mit dem Persönlichen Auto und Fahrer der Inderin nach Tongli gefahren. Tongli gehört zu Suzhou, ist aber ein eigenes kleines Städtchen. Dort sind wir dann erstmal in einem noblen Restaurant Essen gegangen (natürlich auf Kosten der Inderin) . Da gab es ein sehr leckeres Buffet, vor allem die Desserts waren sehr gut, danach war mir allerdings extrem schlecht, Buffet verleitet einfach zum zuviel Essen. Anschließend wollten wir dann in ein Museum, das hatte aber zu, also sind wir in einen Tempel.

Die Inderin „Viji“ ist 55 Jahre alt und geht mir extrem auf die Nerven :D Erstmal natürlich der Akzent und das Kopfgewackel beim reden und dann hat sie auch immer wenn eine von uns drei mal 10 Meter weg ist zum Fotos machen gefragt „ohhh wehl is Sahla no?“ Überall wird ein „no“ hingehängt.

Nach dem Tempel ging es dann noch in die Wohnung der Inderin um dort ihre Tochter und deren Sohn kennen zu lernen. Und dort sollten wir dann schon wieder essen. Ich kann ja normal schon einiges verdrücken, aber mir war vom Buffet noch so schlecht, ich musste mich dort dann wirklich sehr zwingen. Es gab indisches Essen, so eine Art Fladenbrot mit Curry und verschiedene kleine Sachen, Puffreis und irgendwelche süßen Sachen. Gegessen wurde mit der Hand und zwar nur mit der rechten. Die linke Hand benutzt man nicht, weil diese einen anderen Zweck hat. (Ihr werdet gleich verstehen welchen) Als ich im Bad war hab ich entdeckt, dass es tatsächlich kein Klopapier gibt. (Die linke Hand....) Zum Glück sind wir das von China ja gewöhnt und haben immer Taschentücher dabei. Die Tochter war sehr nett und ihr Sohn war ganz knuffig. Die Viji selbst ist ja eigentlich auch nett, nur eben sehr anstrengend. Nach dem Essen haben wir uns dann verabschiedet und wurden von ihrem Fahrer wieder nach Hause gefahren.

Soviel also zu unserem Nikolaustag der besonderen Art.

Grüßle eure Bai Ting

Montag, 12. Dezember 2011

Honk Kong

Anfang November saß ich mal vor meinem Laptop und hab mir spontan überlegt dass ich eigentlich noch sehr gerne nach Hong Kong fliegen würde. Sarah war aber bereits in Hong Kong und Birgit grad erst in Taiwan, also sah es ganz danach aus das ich niemanden finde der mit mir geht. Am nächsten Tag saß ich im Unterricht und hab Martina, eine Italienerin die aber recht gut deutsch spricht, gefragt „Hey fliegen wir nächste Woche nach Hong Kong?“ und sie „Ok, ich wollte eh irgendwann mal nach Hong Kong“. Damit hatte ich zwar nicht gerechnet, aber gesagt – getan. Also haben wir uns zusammen gesetzt und nach Flügen geschaut und ein recht günstigen Flug von Shanghai nach Shenzhen und wieder zurück gefunden. Wir haben ca. 150 € gezahlt. Shenzhen liegt direkt neben Hong Kong und man kann mit dem Bus rüber fahren.

Also waren wir von Mittwoch den 16. bis Dienstag den 22. November in Hong Kong. Die sechs vollen Tage haben auch vollkommen ausgereicht um die wichtigsten Dinge in Hong Kong zu sehen. Hong Kong ist in drei Teile aufgeteilt, in Hong Kong Island, Kowloon und New Territories. Wir haben auf Hong Kong Island bei einer deutschen Freundin von Martina geschlafen. So, das ist jetzt aber eine extra Geschichte. Und zwar haben wir am Dienstag vor dem Flug noch die erste Vorlesung besucht, und dort hat mir dann Martina gesagt, dass ihre Freundin Elisabeth eine neue Mitbewohnerin bekommen hat und die erstmal fragen muss ob wir wirklich dort schlafen können. Dann hab ich gefragt ob wir Elisabeth mal anrufen können um zu fragen, doch bei dieser Gelegenheit hat sich herausgestellt das Martina die falsche Handynummer von ihr hatte. Sie hatte davor schon öfter versucht die Nr anzurufen, hat sich aber nicht gewundert das niemand ran ging. Dann haben wir Elisabeth eine Mail geschrieben, ob sie uns ihre richtige Handynummer und die Adresse schicken kann. Wir wussten allerdings auch, dass unser chinesisches Handy in Hong Kong nicht funktioniert, also anrufen würde dann auch nicht mehr möglich sein. Ich war schon relativ besorgt, weil wir nicht sicher wussten wo wir Nachts schlafen würden. (Das hab ich meinen Eltern einfach gar nicht erzählt, die wären durchgedreht) Nachdem wir nach dem Unterricht noch immer keine Antwort von Martina hatten und langsam zum Flughafen mussten, haben wir beschlossen ein Laptop mitzunehmen um dann am Flughafen zu checken, ob Elisabeth uns nun ihre Handynummer geschickt hat. In Shenzhen gelandet haben wir dann geschaut und hatten zum Glück eine E-mail von Elisabeth. Dort konnten wir sie dann noch anrufen, weil das noch zu China Mainland gehört und haben alles geklärt.

Die ersten zwei Nächte haben wir in der winzigen Wohnung auf dem Boden geschlafen. Auf Hong Kong Island leben muss seeeeehr teuer sein. Aber die Wohnung lag sehr geschickt, direkt gegenüber von der U-Bahn Station.

Angeschaut haben wir uns einiges, zum Beispiel waren wir in Kowloon in Tsim Sha Tusi, dort gibt’s die „Avenue of Stars“ is quasi der Walk of Fame nur mit irgendwelchen Chinesen von denen ich noch nie gehört hab. Da haben wir uns dann mit komplett kostenlosen Touristeninformationen und Stadtplänen eingedeckt und weiter gings nach Mong Kok. Das ist ein Stadtviertell in dem man gut Shoppen kann, zum Beispiel die Fa Yuan Street, das ist eine Straße auf der man gut Verhandeln kann und den üblichen Plunder von Handtasche bisSouvenirr kaufen kann. Danach sind wir dort auch zum Ladys Market, das is auch so was zum Shoppen, nicht nur für Frauen. Ich hab natürlich mal wieder einkauft, ich kam leider nicht umhin zwei neue Handtaschen zu erwerben. (Ich hatte ja auch erst 8 oder 9)

Auf Hong Kong Island sind wir auf den Peak gegangen. Dort fährt man mit der Peak Tram hoch, das ist eine Eisenbahn, die einfach steil den Berg hoch fährt. Von oben hat man eine unglaubliche Aussicht. In SoHo waren wir auch, das ist ein Viertel das für die Restaurants bekannt ist. Leider ist Hong Kong, vor allem im Vergleich zu China sehr sehr teuer. In China kann man für 2-3 locker richtig gut im Restaurant mittag Essen, in Hong Kong waren wir meistens ehr mit 8-10 Euro pro Essen dabei und das waren noch ehr günstigere Restaurants. Darum haben wir auch mal die Mc Donalds Diät erprobt, weil Mc Donalds nämlich das billigste Essen ist das man in Hong Kong finden kann. Für einen Big Mac im Menü zahlt man 20 Hong Kong Dollar, das ist etwas weniger als 2 €, das ist somit sogar billiger als in China, da kostet das gleiche ca. 3,40€.

Am zweiten Tag nach dem Sightseeing kamen wir Abend ums 8 zurück und wollten in die Wohnung , hatten aber da wir keinen Schlüssen hatten waren wir auf Elisabeth angewiesen. Elisabeth arbeitet aber richtig krass, jeden Tag bis spät in die Nacht, manchmal sogar 24 Stunden am Stück. Also saßen wir mehr als 4 Stunden vor der verschlossenen Tür. Direkt neben an war ein Mc Donalds, also haben wir da rumgegammelt und ich hab schon halb auf dem Tisch geschlafen.

Dann ach wurde es dann zum Glück besser, weil Elisabeths Mitbewohnerin wieder zurück nach Deutschland ist, also sind wir vom Boden in das Zimmer mit Doppelbett umgezogen und konnten dann auch den zweiten Hausschlüssen haben. Wir haben dann auch deutlich mehr Zeit in der Wohnung verbracht als Elisabeth, die morgens vor uns aus dem Haus ging zur Arbeit und immer erst spät in der Nacht heim kam.

Einmal sind wir auch einen ganzen Tag auf der Insel Lamma gewesen. Dort sind wir einmal über die Insel gelaufen, haben ein bisschen am Strand gechillt usw. In China waren im November noch um die 10-13°C, und in Hong Kong noch 20-28C, das war also sehr angenehm.




Feiern warn wir natürlich auch, hauptsächlich im Zentrum von Hong Kong Island. Also über Hong Kong lässt sich sagen, dass es ganz anders ist als das restliche China. Dadurch das es früher von Englischen Kolonien besetzt war, herrscht dort z.B. Linksverkehr. Außerdem gibt es eine eigene Währung. Die Leute dort sprechen zum Großteil Englisch, es ist Verboten und mit hohen Strafen belegt auf die Straße zu spucken oder Müll auf den Boden zu werfen. Dementsprechend ist es viel sauberer als in China. Die Leute erschienen mit einfach zivilisierter. So schaffen die Menschen dort es zum Beispiel, die Leute erst aus der U-Bahn aussteigen zu lassen bevor sie hineingehen. In Hong Kong spricht man Kantonesisch, das hat ähnliche Schriftzeichen wie chinesisch, aber gesprochen wir es ganz anders. Die meisten Leute dort können aber auch Mandarin Chinesisch, aber wir konnten unser Chinesisch dort kaum anwenden, weil uns einfach immer auf Englisch geantwortet wurde. 

Dienstag, 15. November 2011

Sightseeing, Zwischenprüfungen & ein Besuch im Emergency Room

Sightseeing in Suzhou


Vorletzte Woche hatten wir Donnerstag und Freitag frei, weil an der Uni Sporttage oder so was waren. Sogar bevor ich das wusste hatte ich schon mit meiner Freundin aus Böblingen, die in Peking Studiert, ausgemacht dass sie mich an dem Wochenende besuchen kommt. Dadurch dass ich frei hatte hat es dann besonders gut gepasst, sie ist dann am Donnerstag Abend angekommen und wir konnten Freitag morgen gleich los legen und Suzhou besichtigen. Am Freitag sind wir dann zuerst mit dem Taxi zum Lingering Garden (Garten des Verweilens) gefahren. Dieser Garten hat jetzt sogar den Tiger Hill von der Nummer 1 meiner Lieblingsgärten vertrieben. Er ist ehr klein, aber sehr schön und sehr bunt. Außerdem hatten wir sehr schönes Wetter. Sarah kam in Suzhou mit Wintermantel und Winterstiefeln an und hat mich am Freitag morgen gefragt „meinst ich brauch meine Winterjacke?“ ich darauf „Also Mädle es hat draußen 23°C, da brauchst du ehr keine Winterjacke“. Wir sind dann tatsächlich auch die ganze Zeit im T-Shirt unterwegs gewesen und kamen sogar teilweise ins schwitzen.

Anschließend sind wir mit der Rikscha zur Shangtan Jie gefahren. Dort war ich schon zwei mal, einmal mit Sarah, Fabi und Lulu und dann im Sommer mit Felix und Vadder. Dort haben wir dann bisschen Souvenirs erworben und ein paar Fotos geschossen. Und anschließend ging es dann noch in die Guanquan Jie, die Shopping Straße von Suzhou. Dort hab ich ein bisschen Wintersachen eingekauft und Sarah den Tempel, einEinkaufszentrum mit extrem viel billig Zeug, gezeigt. Als ich auf einem Bänkchen saß kam auf einmal eine Frau zu mir und hat mir auf chinesisch erzählt dass sie ihren Geldbeutel verloren hat und sie nicht aus Suzhou kommt, ihre Eltern aber erst ein Tag später kämen um sie abzuholen und ob ich ihr was zu essen kaufen könnte. Da hab ich es dann nicht über das Herz gebracht nein zu sagen und ich hab ihr bei KFC etwas zu essen gekauft. Ich frag mich allerdings, warum eine Frau die kurz vorm verhungern ist, für 20 kuai einen Burger kauft, anstatt davon eine große Portion chinesisches Essen zu erwerben.


Am Abend sind wir dann mit dem Bus heim gefahren, das war sehr anstrengend. Der Bus ist immer extrem überfüllt und kommt wegen Stau kaum vorwärts. Nach ca. einer ¾ Stunde im Bus stehen waren wir dann endlich zu Hause und mussten uns schon bald fürs Abend Programm fertig machen. Zuerst ging es zum Abendessen in unser beliebtes „AuberginennRestauranttt“, dann in meine Stammkneipe, die „drunken Clam“ undanachch noch in einen Club und eine Bar. Da wir recht spät heim kamen sind wir am Samstag morgen erst recht spät aufgestanden und dann ganz gemütlich mit dem Bus zum Tiger Hill gefahren. Dort haben wir uns dann viel Zeit genommen und sind gemächlich rumspaziert. Abends sind wir dann noch zur Wassershow am See und haben eine Kleinigkeit beim Mexikaner gegessen. Danach sind wir noch in zwei verschiedene Bars. Am Sonntag musste Sarah schon gegen 17 Uhr aufbrechen, also sind wir nur zum See gefahren und sind da rumspaziert und haben uns ausführlich über unsere Erlebnisse in den letzten 8 Monaten unterhalten.

Zwischenprüfungen & Party

Am 10. und 11. November hatten wir Zwischenprüfungen, das heißt kaum war Sarah weg, musste ich mich auch gleich dringend ans lernen machen. Die Vorbereitungen sind dann auch ehr gering ausgefallen, aber die Ergebnisse (schriftlich und Hörverstehen) waren trotzdem recht gut. Habe überall mehr als 90 Punkte erzielt, im Hörverstehen war ich mit 93 Punkten sogar ziemlich gut.

Am Wochenende wollten wir dann unsere Zwischenprüfungen feiern und endlich die lang geplante Bad Taste Party schmeißen. Soll heißen, der Dresscode war: So schlecht anziehen wie möglich. Das wollte ich schon sehr lange machen, weil ich nämlich finde, dass man in China mehr als genug Klamotten findet, die sich für so was eignen. Wenn ihr euch mal das Bild anschaut, werdet ihr verstehen wovon ich rede.


(Wobei ich z.B. meine Hose so heftig finde, dass es schon wieder Styl hat :D )

Emergency Room

Am Sonntag hab ich dann noch einen kleinen Ausflug in ein chinesisches Krankenhaus gemacht, weil ich Schmerzen im Fuß habe. Ich habe eine chinesische Freundin (Yuhua) gebeten mit mir hinzugehen, zwecks der Sprache. Es hatte dann allerdings nur noch der Emergency Room offen, da sind wir dann einfach reinspaziert. So was läuft in China ganz anders ab als in Deutschland. Wir haben an dem Empfang gefragt ob es überhaupt einen Doctor gibt der sich so was anschaut, dann haben die Schwestern gesagt wir sollen mal los gehen und einen suchen. (Das alles noch ohne Anmeldung oder vorzeigen eines Ausweises) Wir sind dann einfach in das erst beste Zimmer, in dem auch noch ein anderer Patient seinen halb durchgesägten Zehen in die Luft gestreckt hat. Dann hat Yuhua dem Doc meine Geschichte geschildert und der sprach einfach davon das wohl die Muskeln müde sind und wollt mir nur eine Schmerzsalbe verschreiben. Ich hab allerdings besagte Voltaren Salbe eh schon seit Tagen benutzt und es hat nix gebracht. Also hat er mir noch ein chinesisches Öl und ein Pflaster verschrieben, das man auf den Fuß aufträgt bzw. klebt. Und viel ausruhen soll ich mich natürlich.

Nur ist das Problem dass ich morgen nach Hong Kong fliege und Reisen ehr nicht soo geeignet ist um seine Füße auszuruhen. Naja, mit dem Öl und dem Pflaster merk ich schon eine leichte Verbesserung und ich hab in Hong Kong 6 Tage Zeit, also müssen wir das Programm eben ein bisschen langsamer angehen lassen.


So jetzt muss ich mal langsam packen, mal schauen ob ich alles in einen kleinen Koffer bekomm :D

Montag, 24. Oktober 2011

Wirtschaftskurse, Hangzhou-Trip & Co

Sodele. Den letzten Eintrag von der Chinareise musste ich leider ein wenig kürzer fassen, sonst komm ich gar nicht mehr hinterher. In letzter Zeit ist es hier ehr stressig. Wir haben jetzt auch endlich Wirtschaftsvorlesungen. Das heißt, jeden Tag von 8.30-12 chinesisch und 3 dazu am Nachmittag noch Wirtschaftsvorlesungen. Eigentlich bräuchten wir gar nicht so viele Credits für Chinesisch, aber es gibt nur diesen Kurs der täglich stattfindet. Um unsere Wirtschaftskurse zu beschreiben fehlen mir eigentlich echt die Worte. Montags haben wir E-Business bei einem chinesischen Lehrer. Das Englisch suckt extrem und manchmal hör ich gar nicht ob er sich grad räuspert oder spricht. Außerdem haben wir noch interkulurelles Management auch bei einer Chinesin. Sie spricht zwar ganz gut Englisch, aber nur das was sie präsentiert. Wenn man sie etwas fragt versteht sie es grundsätzlich nicht. Und dann gibt’s da noch den Tony Teacher. Tony ist Kanadier, sieht aber sehr indisch aus. In seiner ersten Vorlesung hat er uns erstmal diverse Verschwörungstheorien nahe gelegt. Er hat auch gleich erzählt, dass er zuvor in Korea war, und ihm da Facebook und das Handy gesperrt wurden. Warum nur? Sein Unterricht für Makroökonomie und International Business sieht so aus, dass wir während der 2 Stunden im Unterricht ein Kapitel in einem Fachbuch lesen und dann jede Woche als Hausaufgabe das Kapitel zusammenfassen sollen. Er sitzt während dessen am Computer und macht irgendwelches Zeug. Wenn man ihm eine Frage stellt, lautet die Antwort in etwa so „auf dieses Thema möchte ich jetzt nicht näher eingehen, das würde sich zu tief mit dem Thema befassen.“

Ansonsten waren wir in letzter Zeit auch recht viel unterwegs. Wir waren in den letzten 5 Wochen bestimmt 4 mal in Shanghai. Einige male waren wir dort zum feiern, ich hab eine sehr coole Aktion auf einer Dachterasse entdeckt. Dort gabs im letzten Monat für Frauen freie Cocktails und die location ist extrem gut, direkt am Bund mit perfektem Ausblick. Außerdem haben wir einiges beim Schneider machen lassen und mussten deswegen immer wieder hin um die Sachen zu holen, bzw. um noch mal Änderungen vorzuenehmen. Die erste Oktoberwoche hatten wir frei, weil ein Feiertag war. Da aber offiziell nur bis Mittwoch frei war und die Uni uns aber auch noch Donnerstag und Freitag dazu gegeben hat, mussten wir dafür Samstag und Sonntag in die Uni. Das heißt ich hatte jetzt die letzten 7 Tage durchgehend Uni. Während den freien Tagen sind Birgit und ich für 2 Tage nach Hangzhou zu Antonia gefahren. Sie macht dort jetzt ihr Praktikum und wir konnten bei ihr schlafen. Dort haben wir eine Fahrradtour um einen See gemacht und eine Teeplantage besichtigt. Waren natürlich massenhaft chinesen unterwegs. Laut einem chinesischen Sprichwort sollen Suzhou und Hangzhou der Himmel auf Erden sein. Hangzhou war auf jeden Fall auch sehr schön, schafft es aber nicht in meine Liste der schönsten Orte in China. 


Das Wetter ist zur Zeit sehr angenehm. Es wird zwar langsam etwas kühler, man braucht inzwischen Abend schon ein Jäckchen, aber Tagsüber hat es meistens so zwischen 20-25°C. Wenn es nicht ganz so heiß ist, ist die Luft auch besser. Im Sommer hing immer ein eckliger Dunst in der Luft, nun ist der Himmel oft schön blau und es nicht mehr so schwül.  

Grüßle eure Bai Ting

Sonntag, 16. Oktober 2011

Shigatse - Lhasa, Lhasa - Xi'an, Xi'an - Shanghai, Shanghai - Suzhou


Am Freitag den 12. August sind wir von Shigatse wieder zurück nach Lhasa gefahren. Nach ca. 5 Stunden Fahrt kamen wir um 14 Uhr in Lhasa an. Es stand nicht mehr wirklich was auf dem Programm. Wir haben uns zum Supermarkt fahren lassen um uns für die anstehende Zugfahrt einzudecken und haben Abends noch im Hotel chinesisch gegessen. Ansonsten haben wir dann nur noch eine kleine Tour in die Innenstadt zum knipsen unternommen und anschließend im Hotel gechillt. Internet gab es nur in der Lobby, drum haben wir uns dort einige Zeit mit unseren Laptops aufgehalten.

Am nächsten Morgen mussten wir erst um 10 Uhr los zum Bahnhof. Ursprünglich war der Plan, dass wir mit dem Zug von Lhasa komplett bis nach Shanghai fahren, das wäre eine 50 Stündige Fahrt gewesen. Allerdings hat uns dann irgendwann die Reiseagentur angerufen um uns mitzuteilen, dass die Züge alle ausverkauft seien. In China kann man Zugtickets nur 5-10 Tage vorher kaufen und vor allem in der Ferienzeit gehen die Tickets extrem schnell Weg. Stattdessen sollten wir dann von Lhasa nach Xi'an fahren, dort eine Nacht bleiben und von dort aus nach Shanghai fliegen.

Die Zugfahrt verlief recht ruhig. Wir waren die ersten Stunden auf über 4500 Metern unterwegs, haben allerdings nicht viel davon gemerkt. Wir hatten zu 3. ein ganzes 4 Bett Abteil für uns. Den 4. Platz haben wir nämlich gekauft. Auf dem freien Bett wurden dann unsere Koffer ausgebreitet, für die hätten wir sonst absolut keinen Platz gehabt. Die Fahrt dauerte 36 Stunden und wir haben die Zeit damit verbracht Karten zu spielen, How I met your mother auf dem Ipad anzuschauen und zu schlafen. 


Ernährt haben wir uns in den 36 Stunden nur von zwei Fertigsuppen, ein paar crackern und Obstsalat, den ich allerdings total widerlich fand und den Männern überlassen habe. Die Landschaft war auf jeden Fall sehr beeindruckend, auch wenn ich nach den ersten zwei Stunden nicht mehr so viel raus geschaut hab.

Nach 36 Stunden kamen wir dann Abends in Xi'an an. Dort wollten wir uns bei dem 24h geöffneten MC Donalds noch was zu essen reinhauen. Ich wollte zuerst einen Cheeseburger bestellen, „Mei You“ (haben wir nicht), dann wollte ich stattdessen Pommes, „Mei You“, dann hat der Angestellte mir gezeigt, was sie haben. Und zwar hatten sie nichts, außer einem scharfen Chickenburger. Wir sind dann wieder hungrig abgezogen, einen Chickenburger wollten wir nicht. Dann gings ins Hotel und am nächsten Tag mussten wir schon um 5.30 Uhr aufstehen. Um 6.30 Uhr war abfahrt zum Flughafen. Der Flug hat ca. 2 Stunden gedauert und wir kamen am frühen Mittag in Shanghai am Pudong Flughafen an. Von Pudong kann man nicht direkt nach Suzhou fahren, vom Hongqiao Flughafen allerdings. Also sind wir mit einem Shuttlebus von Pudong nach Hongqiao gefahren. Das hat ca. eine Stunde gedauert. Von dort ging es dann mit dem Schnellzug nach Suzhou. Dort sind wir dann ca. 16.30 Uhr angekommen und um 18 Uhr schon Essen gegangen, in einem meiner lieblings- Restaurants, gleich ums eck. Felix und ich sind Abends dann noch aus gegangen, zur „Bier Olympiade“ im Drunken Clam. Der Vadder war davon glaub nicht ganz so begeistert, aber ich musste doch auch noch ein bisschen das Nachtleben demonstrieren.

Am nächsten Morgen hab ich die Männer an den Bahnhof in Suzhou gebracht und von dort sind sie mit dem Schnellzug zum Hongqiao Flughafen gefahren. Sie flogen allerdings von Pudong, haben diesmal aber die Metro genommen.

Also die 5 Wochen sind echt wie im Flug vergangen. Wir haben wirklich sehr viel gesehen und ich bin richtig begeistert von den ländlichen Gegenden Chinas. Besonders gut hat es mir persönlich in Yunnan und Tibet gefallen. Von den Großstädten hatte ich in letzter Zeit einfach ein bisschen die Nase voll. Ich hoffe ich werd irgendwann nochmal eine größere Reise in China machen, denn es gibt noch immer vieles was wir nicht gesehen haben. Ich möchte eigentlich gern noch nach Hong Kong, Taiwan, Chengdu und noch ganz viele andere Orte. 

Mittwoch, 21. September 2011

Tibet - Shigatse

Am Morgen des 11. August besichtigten wir in Gyangste noch ein Kloster (mal was ganz anderes, nich?). Wir haben ja schon einige Klöster gesehen, vorallem die Männer konnten sich dafür nicht so sehr begeistern. Ich interessiere mich ein bisschen für Buddhismus und find es daher eigentlich immer ganz interessant. Wir haben aber alle fleißig geknipst, gegen „geringe“ gebühr natürlich.


Anschließend fuhren wir nach Shigatse. Nach einer kurzen Fahrt waren wir bereits um 13 Uhr dort und haben gleich wieder etwas besichtig, und zwar ein Kloster. Dort waren swieder sehr viele Leute und wir waren glaub alle froh als wir wieder draußen waren. Dann haben wir einen Markt in der alt-Stadt besucht. Dort wurde der übliche Ramsch wie Schmuck und kleine Buddhas verkauft und von den Ständen hingen teilweise gehäutete Rinder herab. Sehr authentisch. Anschließend wollten wir wieder ins Hotel fahren, es war noch Zeit bis zum Abendessen, aber der Vadder wollte lieber noch die Gegend mit den Kameras erkunden. Unter anderem haben wir fleißig auf einem Lebensmittelmarkt geknipst. Dann sind wir schnell ins Hotel um uns umzuziehen und anschließend in ein Restaurant. Während wir am Essen saßen fing es an zu hageln und in Strömen zu regnen. Die Straße war nach kurzer Zeit überschwemmt, die Autos und anderen Gefährte kamen kaum noch durch. Kisten und Müll trieb die Straße entlang und ich hab verschiedene Hunde beobachtet die versuchten sich ins Trockene zu bringen. Laut dem Restaurant besitzer hatte es im ganzen Jahr noch keinen so starken Regen gegeben. Als wir dann wieder zum Hotel fuhren sah es an manchen Stellen aus als hätte es geschneit, alles weiß vom Hagel.  




Donnerstag, 8. September 2011

Tibet - Gyangtse



Am Mittwoch den 10. August führte unsere Reise durch Tibet uns dann weiter nach Gyangtse. Gyangtse ist eine der größten Städte Tibets und liegt auf fast 4000m über dem Meeresspiegel. (Laut Wiki 3977 m) Um 9 Uhr machten wir uns auf den Weg. Die Strecke von 260km von Lhasa nach Gyangtse haben wir wieder mit unserem Tourguide in unserem eigenen kleinen Van zurück gelegt und auf dem Weg überquerten wir einen Pass der auf 4700m liegt. Auf dieser Strecke sollten wir auch den Yamdrok-See sehen, den größten Süßwassersee Tibets. Anfangs war der See aus dem Auto nur schwer zu erkennen, es hat die meiste Zeit geregnet und war Wolken verhangen. Etwas später hat es dann aber aufgehört zu regnen und wir haben doch noch recht viel des Yamdrok-Sees zu sehen bekommen. Der See erstreckt sich über eine sehr lange Strecke und hat sehr klares, leuchtend blaues Wasser.

Am Nachmittag kamen wir in Gyangtse an und haben ins Hotel eingecheckt. Um 17 Uhr trafen wir uns dann wieder mit unserem Guide Jim und sind durch die Stadt gebummelt. Das Wetter war inzwischen viel besser, es hat gar nicht mehr geregnet und obwohl es schon 17 Uhr war hat die Sonne extrem geknallt, auf 4000m holt man sich schneller ein Sonnenbrand als man schauen kann. In Gyangtse trafen wir allgemein auf fast keine Touristen und in der Altstadt fanden sich viele sehr authentische Motive. Die Menschen in Tibet sehen sowieso ganz anders aus als in anderen Teilen Chinas und auch die Kleidung ist sehr bunt und faszinierend.


Nach einem Abendessen in einem Restaurant mit chinesischen, indischen und westlichen Speisen ging es wieder zurück ins Hotel, denn am nächsten Tag hieß es wieder aus dem Hotel auschecken und weiter fahren nach Shigatse.

Dienstag, 23. August 2011

Tibet - Lhasa


Am Montag den 8. August war es dann soweit, die Reise ging weiter nach Tibet. Um 8.50 Uhr ging der Flug, also hieß es wieder recht früh aufstehen. Um 7 Uhr war abfahrt am Hotel. Zum Flughafen brauchten wir nur 15 Minuten, allerdings waren es schreckliche 15 Minuten. Der Fahrer hat mal wieder rumgerotzt und gestunken ohne Ende. Da ich schon wieder mit Brechreiz zu kämpfen hatte, hab ich mir ein bisschen Tigerbalm unter die Nase geschmiert um es besser ertragen zu können (da geht’s ja zu wie in der Pathologie)

Gegen Mittag kamen wir dann im Hotel in Lhasa an und hatten dann den restlichen Tag frei um uns an die Höhe zu gewöhnen. Ha, das ich nicht lache. Wir waren in Zhongdian schon auf ca. 3300 m, da haben uns die 3600 in Lhasa dann auch nicht mehr so übermäßig geschockt.


Am Mittag haben wir uns dann selbstständig zu einem kleinen Spaziergang durch die Stadt aufgemacht. Was hierbei deutlich ins Auge stach, waren zahlreiche Soldaten und Polizisten. Die Straße in der unser Hotel war, war komplett bewacht, kein Auto konnte rein oder raus ohne an mehreren Wachposten vorbei zu müssen. Wir wurden auch von unserem Guide gewarnt, keine Fotos von den Soldaten zu schießen. Felix und ich konnten es aber natürlich nicht lassen und haben immer wieder versucht sie unauffällig zu knipsen. Im Anschluss an unseren Bummel waren wir in einem Restaurant essen, das auch westliche Küche angeboten hat. Anschließend ging es wieder ins Hotel, wo wir recht lang in der Lobby abhingen um das Internet zu nutzen, auf den Zimmern gab es keins. Felix und ich haben uns später nochmal auf die Suche nach einem Supermarkt begeben sind aber nicht fündig geworden. Also haben wir einzelne Getränke bei Straßenverkäufern erworben.

Dann sah ich einen kleinen Hund und wollte ihn streicheln und dann hat mich das Mistvieh tatsächlich gebissen. Ich hab mich total erschrocken und weh tat es auch. Hat zwar nicht geblutet, aber ich war trotzdem schockiert. Und drum herum standen Leute, die haben einfach gelacht. Als ich es später dem Vadder erzählt hab sagte er nur „selbst Schuld“, das hat mich auch nicht sonderlich überrascht, denn was anderes hatte ich von ihm eh nicht erwartet. Naja, immerhin hat sich jetzt mal meine Tollwut Impfung für stolze 180€ gelohnt.

Am nächsten Morgen hieß es dann erstmal die Innenstadt und dann den „Jokhang Tempel“ besichtigen. An dem kamen Felix und ich schon am Vortag bei unserer Suche nach einem Supermarkt vorbei, er ist ca. 5 Minuten zu Fuß vom Hotel entfernt. In Lhasa sieht man extrem viele Buddhisten, die mit Gebetsmühle durch die Straßen laufen oder die sich vor den Tempeln, eingehüllt in eine Wolke aus Rauch von Räucherstäbchen, auf den Boden werfen. Dabei lässt man sich erst auf die Knie fallen, und dann ganz auf den Bauch und macht mit den Händen eine Bewegung nach vorne. (Sieht ein wenig aus als ob sie auf dem Trockenen schwimmen) Viele von ihnen haben dafür Matten und einen Schutz für die Handflächen. Ein gläubiger Buddhist soll diesen Vorgang im Leben mindestens 10 000 mal gemacht haben. Wir haben auch einige Chinesen gesehen, die nachdem wir Stunden später wieder dort vorbeikamen, immer noch dabei waren. Das muss nach einer Zeit ziemlich schmerzhaft für die Knie und alles andere sein. Aber ihr wisst ja, der Weg zur Erlösung soll so beschwerlich wie möglich sein.

Danach gingen wir nochmal kurz ins Hotel, diesmal ging es dem Vadder nicht gut, er hatte wie ich kurz zuvor ein Übelkeit und Appetitlosigkeit. Das kam vermutlich von der Höhe. Nach ein bisschen Ruhen gingen fuhren wir dann mit unserem Tourguide zum Potala Palast. In den Potala lassen sie pro Tag nur 2 000 Menschen, die zu unterschiedlichen Zeiten eingeteilt werden. Man muss sich bereits vorher anmelden. Ohne Reiseagentur wäre das wohl recht schwierig geworden, da die Nachfrage entsprechend groß ist. Vor Ort gibt es Sicherheitskontrollen und die Pässe muss man auch vorlegen, auf die werden die Eintrittskarten reserviert.

War auf jeden Fall sehr interessant, vor allem wenn man sich wie ich eh ein bisschen für Buddhismus interessiert. Aber trotz der Begrenzung auf 2 000 Menschen täglich, war es noch immer ziemlich voll und gedrängt. Außer den Menschenmassen bekommt man halt einen Buddha nach dem anderen zu sehen. Und es wurde einem eben gesagt in welchem Zimmer der Dalai Lama gelernt oder Gäste empfangen hat. Nach genau einer Stunde musste man auch wieder aus dem Gebäude draußen sein, sonst muss man nachzahlen. Was aber auffällt, ist das man sehr schnell außer Puste ist. Zum Potala geht’s recht viele Treppen hoch und nach nur wenigen Stufen fühlt man sich als ob man nur schwer Luft bekommt. Da merkt man die Höhe dann doch. 

Mittwoch, 17. August 2011

Lijiang & Shangri-La



Nach dem wir den ganzen Donnerstag (4. August) mit der weiterreise von Yuanyang nach Lijiang verbracht haben, kamen wir erst Abends im Hotel in Lijiang an. Lijiang liegt ebenfalls in Yunnan und liegt bereits 2600 Meter über dem Meeresspiegel. Am Morgen haben wir uns zuerst die Altstadt angeschaut, die in die Liste des UNESCO-Weltkulturerbes aufgenommen wurde. Die Altstadt war von unserem Hotel mit wenigen Treppenstufen zu erreichen. War eben eine typische chinesische Altstadt, mit kleinen Wasserkanälen und vielen Roten Lampions. (Ich kenn das ja von Suzhou schon sehr ausführlich) 

Anschließend stand ein Museumsbesuch auf dem Programm. Es war ein sehr kleines Museum, in dem Mann auch einen echten Priester der Lashi Minderheit sehen konnte. Danach gingen wir in den Black Dragon Pool, einen chinesischen Garten. Leider hat es dann angefangen zu regnen und wir sind recht zügig durch den Garten gelaufen. Danach sind wir wieder ins Hotel um eins bisschen auszuruhen. Das Hotel ist erbaut wie ein chinesischer Garten, mit den typischen geschwungenen Dächern und kleinen Innenhöfen. Richtig authentisch. 

Felix und ich sind dann nochmal los, um ein bisschen in der Altstadt zu shoppen und haben uns dann fast verirrt. Wir haben es grad noch rechtzeitig zurück geschafft, um uns mit unserem Guide zum Abendessen zu treffen. Er hat uns dann wieder in ein westliches Restaurant geführt, war aber nicht so toll. Ich fand das Essen versalzen, aber vielleicht hab ich mich auch bereits an die ehr salzarme Kost in China gewöhnt. Außerdem ging es meinem Magen schon den ganzen Tag nicht so toll, mal wieder. In dem Restaurant haben die Kellner dann auch das Bier von Felix umgeschmissen und ihm weder ein neues gebracht, noch von sich aus den Preis reduziert. Wir haben uns dann gleich beschwert, und stolze 8 RMB (also nichtmal ganz 80 Cent) Rabatt bekommen. Ich find ja, da hätte ein neues Bier hergestellt gehört. Naja, andere Länder, andere Sitten. Diesmal war auch unser Guide nicht so toll, ich hab schon wieder vergessen wie er heißt. Sein Englisch war einfach so schlecht, das man sich jede Frage eigentlich auch sparen hätte können. 

Nach dem Essen hatten wir auch keine Lust mehr durch die Altstadt zu bummeln, da es immer noch regnete. Also sind wir wieder zurück ins Hotel, leider funktionierte das Internet am Abend nicht mehr. Anscheinend ein Problem in der ganzen Stadt.

Am nächsten Morgen hieß es auch schon wieder Koffer packen und aus checken. Unser Weg führte uns per Auto durch die Berglandschaft nach Zhongdian „ dem legendären Shangri-La Land“, wenn ich unseren Reiseplan zitieren darf. In Zhongdian sind es übrigens sogar 3300m über dem Meeresspiegel, wir nähern uns schonmal an die Höhe in Tibet an. Unterwegs machten wir halt um die „Tigersprung-Schlucht“ anzuschauen. Die Tigersprung-Schlucht befindet sich im oberen Abschnitt des Yangtze, der an der Stelle Goldsand Fluss heißt. An der engsten stelle, ist die Schlucht nur 30 m breit, und in der Mitte befindet sich ein Stein. Legenden zufolge können an dieser Stelle Tiger den Fluss überqueren.(Wir haben allerdings keine gesehen, genauso wenig hat je ein Chinese wirklich einen gesehen) 

An dieser Stelle nochmal ein Zitat aus dem Reiseplan unserer Reiseagentur:
„Nach neunmonatiger intensiver Forschungsarbeit stand zum Jahresende 2001 fest, dass das Gebiet um Zhongdian, der Hauptstadt des Autonomem Tibetischen Kreises Deqen, das Shangri-La Land aus dem Roman "Lost Horizon" ist, den James Hilton 1933 nach Erzählungen des bekannten Botanikers und Geographen Joseph Rock, der hier viele Jahre lebte, geschrieben hat. Seither trägt die Region offiziell diesen Namen. „

Jetzt wisst ihr bescheid, oder? Das Buch hätten wir sogar in dem Museum in Lijiang für 25 RMB kaufen können, aber wir haben es gelassen, warum auch immer. Jetzt ging mir nämlich der Lesestoff aus. Im Hotel kamen wir um ca. 16 Uhr an. Im Hotel gab es keine Heizung und es war total kalt, meinem Magen ging es auch noch nicht besser. Wir haben dann bis zum Abendessen nichts mehr unternommen. Es gab chinesisch im Hotel, ich konnte eh fast nichts essen und hab mir eine Schale Reis mit aufs Zimmer genommen. Mit dem Bestellen des Reis, hab ich das Personal dort mal wieder damit schockiert, dass ich chinesisch “kann“. 

Am nächsten Morgen gingen die Männer mit unserer Führerin Xiao Ma (kleines Pferd) ein Kloster besichtigen, ich blieb im Hotel weil es mir noch immer nicht besser ging. Danach haben sie mich abgeholt und wir sind mit dem Auto um einen See und durch das Naturschutzgebiet gefahren. War sehr interessant, da liefen einfach frei Rinder, Schweine, Pferde und alle möglichen Tiere rum. Danach ging es wieder ins Hotel und um 16 Uhr trafen wir uns wieder mit dem kleinen Pferchen um durch die Altstadt zu schlendern und uns dann später auf Nahrungssuche zu begeben. In der Altstadt haben wir nochmal ein kleines Kloster besichtigt und uns wurden Einblicke in den tibetischen Buddhismus gewährt. Das Restaurant, dass wir anschließend aufsuchten bot  westliches Essen an. (Ihr seht schon, wir suchen so oft wie Möglich die Abwechslung von dem chinesischem “Fraß“. um die zwei Baitinger-Männer zu zitieren. )

Danach sind wir dann auch recht schnell ins Hotel und ins Bett, denn am nächsten Tag ging um 8:50 Uhr der Flieger nach Lhasa, also hieß es um 7 Uhr das Hotel verlassen. 

Freitag, 12. August 2011

Kunmig & Yuanyang


Der Flug von Guilin nach Kunming, in Yunnan verlief abgesehen von einer kleinen Verspätung problemlos und wir kamen am Abend in Kunming an. Dort erwartete uns bereits unser, diesmal englischsprachiger Guide, mit dem seltsamen Namen „Nunchaku“. Am nächsten Morgen hieß es schon wieder aus checken und eine ca. siebenstündige fahrt antreten. Umso mehr wir uns Yuanyang näherten, desto holpriger wurde die Strecke. Auf dem Weg mussten wir sogar einer Büffelfamilie die die Straße überqueren wollte ausweichen.


Die kleinen Dörfer die wir auf unserem Weg durchquerten waren extrem einfach, mit Hühnern und Schweinen die einfach auf der Straße umher laufen und Menschen der „Hani Minderheit“, die durch ihre Farbenfrohe Tracht auffallen. In so einem Dorf befand sich dann auch unser Hotel in dem wir spät am Abend ankamen. Wir gingen in einem Restaurant gegenüber dem Hotel essen und das chinesische Essen dort war erstaunlich gut. Nachdem wir gegessen hatten, fragte uns unser Guide, ob wir am nächsten Morgen den Sonnenaufgang über den Reisterrassen anschauen wollen, dazu müsse man aber schon um 5.30 Uhr losfahren. Für mich gab es da nicht viel zu überlegen, natürlich würden wir den Sonnenaufgang ansehen wollen. Aber 5.30 Uhr erschien uns ein bisschen spät, also haben wir vorgeschlagen schon um 5 Uhr loszufahren. Das sollte sich am nächsten Tag als sehr gute Idee herausstellen, denn andernfalls hätten wir den Sonnenaufgang wohl verpasst.

Um 4.30 Uhr stand ich auf, und pünktlich um 5 Uhr sind wir los gefahren. Es war aber so dunkel und neblig, und die Strecke so holprig, dass wir nur in einem sehr langsamen Tempo vorwärts kamen. Der Fahrer hat teilweise gar keine Sicht gehabt und am Straßenrand ging es oft ohne Sicherung steil den Berg herunter. Als wir dann nach ca. einer Stunde fahrt endlich an dem Aussichtspunkt ankamen, hatten wir noch ungefähr 10 Minuten bis die Sonne aufging. Nachdem unzählige Fotos im Kasten waren und der Nebel sich langsam über die Landschaft legte, kehrten wir zurück zum Auto, an dem unsere Fahrer gerade dabei war ein Rad zu wechseln. Das alte Rad wäre nämlich platt. Im weiteren Tagesverlauf haben wir dann an verschiedenen Aussichtsplattformen gehalten um verschiedene Ausblicke auf die Reisterrassen zu bekommen. Wir machten auch in einem winzig kleinen Dorf halt, um durch einen Markt zu schlendern.


An unserer letzten Aussichtsplattform kamen wir schon am Mittag gegen 14 Uhr an und der Plan war, an dieser Stelle den Sonnenuntergang anzusehen. Also hatten wir dort sehr viel Zeit totzuschlagen. Als wir auf den Parkplatz fuhren kamen sogleich mehre Kinder herbei gerannt und haben das Auto verfolgt, um uns Postkarten zu verkaufen. Wir stiegen aus und sofort klebten an jedem ein zwei Kinder mit Hundeblick, die bettelten „kauf ein Postkartenset“. Die Kinder taten mir schon ziemlich leid, wobei ich ehrlich gesagt nicht glaube, dass es ihnen besonders schlecht ging. Ihre Familien leben vermutlich vom Reisanbau und der Postkarten dient nur zum Nebenverdienst. Andernfalls müssten sie schon lange verhungert sein, denn im Verlauf des Tages kamen nur 2-3 Busse mit Touristen an und von denen hat keiner was gekauft. Wir haben wieder Fotos von den Reisterrassen und auch von den Menschen dort gemacht. Allerdings war dabei Vorsicht geboten, denn unser Guide hatte uns gewarnt, dass viele Leute dieser Minderheit der Meinung sind durch ein Foto das man von ihnen macht, würde ihnen ihre Seele genommen werden.

Als wir dann auf einem Bänkchen saßen, kamen zwei alte Herren zu uns und haben uns „Daumen hoch“ gezeigt. Mit Zeichensprache haben wir dann gefragt ob es okay sei, ein paar Fotos von ihnen zu schießen, und die beiden haben sich bereitwillig ablichten lassen. Weil die beiden so urig und so freundlich waren, wollte der Vadder ihnen dann ein Bier ausgeben. Unser Guide hat für uns übersetzt, von meinem Chinesisch verstanden die Guten leider kein Wort. (Ich hoffe einfach, dass es an dem Dialekt und dem eingeschränkten Hörvermögen der alten lag und nicht an meinem Chinesisch) Also gingen wir mit den beiden alten in ihr „Restaurant“ auf der anderen Straßenseite, um ihnen dort ein Bier zu kaufen. Das „Restaurant“ war mehr eine Garage, in der ein Tisch stand, an dem die ganze Familie, mitsamt der Enkelkinder, versammelt saß. Erst wollten die beiden das Bier gar nicht annehmen, sondern wollten im Gegenteil uns auf ein Getränk einladen. Vadder hat dann aber darauf bestanden, dass sie es annehmen und dafür haben Felix und ich von dem alten ein Eis bekommen. Uns wurden dann winzig kleine Hocker gebracht und wir haben uns mit in die Runde gesetzt. Einer der alten hat uns dann fleißig auf chinesisch zu getextet und unser Guide hat uns immer übersetzt was er gesagt hat. Er meinte, dass früher nie Ausländer in ihr Land gekommen seien, und seit dem China geöffnet wurde, zwar ab und zu mal Ausländer mit Bussen durch ihr Dorf fahren, er aber noch nie persönlich welche gesehen hätte. Immer wieder sagte er wie willkommen wir hier seien (das hab ich sogar verstanden) und zum Abendessen wollte er uns auch einladen. Auf das Abendessen haben wir beim Anblick der Küche lieber verzichtet, waren aber sehr dankbar für die Gastfreundschaft. Später hat er uns sogar angeboten bei ihm im zu wohnen. Dort mit den Chinesen in ihrem Garagenrestaurant am Tisch zu sitzen, war das authentischste was ich in China bisher erlebt habe.

Wir haben uns dann von den alten verabschiedet und sind wieder zurück zur Aussichtsplattform, die verschiedene Ebenen den Berg hinab verteilt hatte. Wir stiegen dann die unzähligen Treppen bis ganz nach unten und haben geknipst wie die Weltmeister. Dann haben wir uns langsam wieder hoch gearbeitet und auf jeder Ebene eine Pause und noch mehr Fotos gemacht. Auf einer dieser Ebene lebte auch eine kleine Familie, die dort in ihrem Wohnraum Dinge zum verkauf ausliegen hatten. Schwer zu fassen, dass sie dort wirklich in einer Hütte, ohne fließend Wasser, in einem Zimmer mit einer Herdplatte leben. Aber immerhin ein Fernseher hatten sie da stehen.

Auf einer der Aussichts-ebenen haben Felix und ich sogar ein kleines Nickerchen gehalten, immerhin galt es immer noch mindestens 3-4 Stunden bis zum Sonnen-untergang totzuschlagen. Als wir wieder oben waren, kamen gleich wieder die Kinder um uns Postkarten zu verkaufen. Ich wollte eh schon den ganzen Tag welche kaufen und hab dann letztendlich 2 Sets gekauft, aber erst nach dem ich die Kids erbarmungslos runtergehandelt hatte. Felix und ich haben uns dann dort in einem kleinen laden eine „kekoukele“ (Coca Cola) und eine Suppe gekauft. Die Suppe ist in einem Papiercontainer, in den heißes Wasser gegossen wird. Die Frau im Laden hat uns die Suppe aufgegossen und wir haben dann direkt im Laden auf zwei kleinen Hockern die Suppe gegessen. Auch sehr authentisch, wie wir da in dem Laden saßen, die Verkäuferin hat uns dort dann einfach allein gelassen. Unser Guide hatte sich inzwischen zu den Hani Frauen und den Kindern gesetzt und ihnen Massagen verpasst. Uns wollte er auch die traditionelle chinesische Medizin „fühlen lassen“, aber wir wollten lieber nichts fühlen.

Gegen 18 Uhr sind wir dann wieder die vielen Treppen runter, um weitere Fotos bei Dämmerlicht zu schießen. Die Sonne selbst konnten wir beim untergehen nämlich gar nicht sehen von dort wo wir waren.